Faun - Midgard - Cover
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Faun Midgard


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Mythen des Nordens, vertont in der Faun-typischen Art und Weise.

Das niederbayerische Pagan/Folk/Mittelalter-Musik-Sextett Faun meldet sich nach seinem „Luna“-Album (09/2014) und der dazugehörigen Live-Platte „Luna: Live und Acoustic In Berlin“ (02/2015) mit einem neuen Studioalbum zurück und bleibt damit seiner gewohnt flotten Schlagzahl treu. Mittlerweile ist die Band seit über 15 Jahren aktiv und hat sich in dieser Zeit eine starke Stellung in der Mittelalter-Szene erarbeitet. So wird es im nächsten Jahr wieder auf eine ausgedehnte Deutschland-Tournee gehen, die unter Umständen ein weiteres Mal mit einem Live-Release ausgewertet wird. Als immer noch relativ frischer Majoract, werden sich Faun an dieses Business-Spielchen gewöhnen müssen.

Mit „Midgard“ (= mittlerer Garten) steht diesmal ein Thema aus der Mythologie der Germanen und Wikinger als Oberbegriff für den Longplayer Pate. Aus der Presseinfo lernen wir, dass es sich bei „Midgard“ um eine Bezeichnung für den Wohnraum der Menschen in der Mitte der Welt, umringt von „Utgard“, der Welt der Riesen und Dämonen, handelt. In „Midgard“ leben die Menschen unter dem Schutz der Götter und ihrem Obervater Odin. Auf dieser inhaltlichen Grundlage haben Faun Lieder in ihrer typischen Art geschrieben, die beim Hörer das Interesse für die Mythen des Nordens wecken sollen.

Eingebettet in Vogelgezwitscher und summende Bienchen („Federkleid“), führen Faun ihren eingeschlagenen Weg als potenzieller Mainstream-Act zwischen Oonagh und Santiano auf „Midgard“ konsequent fort. Dazu spielen Flöte, Dudelsack, Harfe, Laute, Bouzouki und Maultrommel auf, die in einen kontrastarmen Folk-Pop-Sound gesteckt wurden, zu dem Faun ihre Mythen-Poesie über den geneigten Hörer rieseln lassen. Das ist musikalisch in etwa so spannend wie der Fahrplan der Deutschen Bahn und wirkt auf Dauer leider einschläfernd statt betörend.

Fazit: „Midgard“ ist ein überwiegend ruhiges und bedächtiges Album, das mit seiner herbstlich-trüben Stimmung überhaupt nicht in die Sommerzeit passt. Darüber hinaus ist die Thematik der nordischen Mythologie inzwischen ziemlich ausgelutscht, sodass sich der Spaß insgesamt sehr in Grenzen hält, während sich das Werk quälend dem Ende nähert.

Anspieltipps:

  • Odin
  • Alba II
  • Lange Schatten
  • Sonnenreigen (Lughnasad)
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5.5/10

Luna: Live Und Acoustic In Berlin
  • 2015    
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  • 2014    
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