Sportfreunde Stiller - Sturm & Stille - Cover
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Sportfreunde Stiller Sturm & Stille


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
3.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihren Melodien und Texten agieren die Sportfreunde Stiller verdächtig nah am Schlagerfach.

Nach dem 2013er Aufruf, in New York, Rio und Rosenheim das Licht auszumachen und ein Leuchtsignal zu zünden, tauchen die Sportfreunde Stiller – Peter Brugger, Rüdiger Linhof und Florian Weber – mit ihrem siebten Studioalbum „Sturm & Stille“ in das 20. Jahr ihres Bestehens ein. Inzwischen fest verwurzelt im Mainstream, sind die Sportfreunde Stiller dennoch eine dieser Gruppen, die für ihre nahe am Schlager gebauten Hits geliebt und gehasst werden und damit irgendwie immer im Gespräch bleiben. Eine durchaus gute Ausgangslage, wenn es mit „Sturm & Stille“ wieder in den Kampf um den Hörer geht, der sich heutzutage mehr denn je wie ein Fähnlein im Wind verhält.

Schon mit der Single „Raus in den Rausch“ liefern die Sportfreunde Stiller ein erneutes Paradebeispiel dafür ab, warum sich die Hörer an dieser Band so gerne reiben. Da wäre zum einen der schiefe Gesang von Peter Brugger, der sich nach 20 Jahren im Geschäft nicht mehr auf jugendliche Unbekümmertheit berufen kann, und zum anderen ist da diese frappierende Melodieseligkeit zwischen Silbermond und Helene Fischer, die die Hörerschaft in zwei Lager teilt. Und trotzdem: Neutral betrachtet funktioniert der Song, der Aufbruchsstimmung verbreiten soll, nicht wirklich und bleibt blass.

Neben Peter Bruggers (43) Gesang und den Schunkelmelodien, kommt noch eine dritte Komponente im Sporti-Kosmos hinzu, die die Gemeinde spaltet: Die Texte. In bildhafter Sprache widmet sich das Trio Themen wie Verbundenheit, Wagemut, Ehrlichkeit, Spaß und Optimismus. Dabei kommen Stilblüten wie „Ich denk an dich und mich im Eisregen mit nem gefrorenen Lachen“ heraus, die in dieser Form nur die Sportfreunde Stiller hinbekommen. Friss oder stirb, love it, or leave it!

Angriffspunkte sind also auch auf diesem Longplayer wieder zuhauf vorhanden. Am zentralsten wohl der, dass sich die Sportfreunde Stiller schon seit zehn Jahren immer nur wiederholen. Doch das machen sie konsequent und mit Stücken wie „Zwischen den Welten“, „Sturm und Stille“ oder auch „Das Geschenk“ durchaus sehr gut. Auf ihre Weise eben. Denn wer Tiefgang ganz ohne Worthülsen und Stilblüten sucht, sollte nicht gerade dieses Album aus dem Regal ziehen.

Mit Stücken wie „Lumpi (L.U.M.P.I.)“, „Disko4000“, das klingt wie der Titel andeutet, und „Brett vorm Herz“, das ein wenig NDW-Luft atmet, versuchen die Sportfreunde Stiller dann tatsächlich auch mal aus dem Schema-F-Modus auszubrechen. Doch das gelingt leider nur bedingt. Und mal ehrlich: Das brauchen die Bajuwaren doch gar nicht, solange nicht Totalausfälle wie „Rotweinflaschengrün“ dabei herauskommen. So ist „Sturm & Stille“ am Ende kein großer Wurf und im Vergleich zum Vorgänger auch noch frei von einer potenziellen Hitsingle.

Anspieltipps:

  • Das Geschenk
  • Sturm & Stille
  • Keith & Lemmy
  • Zwischen den Welten

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