Korn - The Serenity Of Suffering - Cover
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Korn The Serenity Of Suffering


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Korn haben in die Spur zurückgefunden und liefern ein mehr als solides Nu-Metal-Album ab, das die alten Stärken aufblitzen lässt.

ei Korn handelt es sich um eine dieser Bands, bei denen sich der Hörer wundert, dass diese immer noch aktiv ist und sich im alltäglichen Wahnsinn nicht längst die Kugel gegeben hat. Um genau zu sein, verhält es sich bei den Kaliforniern exakt andersherum. Die Skandale haben sich bis jetzt in Grenzen gehalten und die musikalischen Aussetzer sind glücklicherweise überschaubar. Da freut man sich ganz automatisch, wenn man wieder etwas Neues von Korn kommt.

Deutlich mehr als 20 Jahre hat die Band um Mastermind Jonathan Davies (Gesang) nun schon auf dem Buckel und in der Zeit elf Studioalben abgeliefert. Ihr neuestes hört auf den Titel „The Serenity Of Suffering“ und wurde erstmals von Nick Raskulinecz (u.a. Foo Fighters, Jimmy Eat World, Probot, Stone Sour, Deftones, Mastodon) als Produzent betreut. Im gleichen Line-up, das auch den Vorgänger „The Paradigm Shift“ (10/2013) eingespielt hat, also James „Munky“ Shaffer (Gitarre), Brian „Head“ Welch (Gitarre), Reginald „Fieldy“ Arvizu (Bass) und Ray Luzier (Schlagzeug), geht es auch auf „The Serenity Of Suffering“ zur Sache. Korn stehen halt doch irgendwie für Kontinuität und haben dabei ihren eigenen Hype überlebt.

Schon der Opener „Insane“ verkörpert dieses Korn-typische düstere Grollen zwischen Doom- und Nu-Metal, in das sich immer wieder grandiose Brüllattacken, verschachtelte Grooves und fiese Riff-Monster mischen, die von ungewohnt eingängigem Klargesang zusammengehalten werden („Black is the soul“). Das ist so dicht am Originalsound der 90er Jahre, dass man der Band sofort ihre überflüssigen Elektro- und EDM-Ausflüge verzeihen möchte. Ist doch klar: Was der geneigte Fan in Wirklichkeit von Korn hören möchte, ist dieser herrlich primitive Schießbuden-Metal, der wie ein Comic wirkt, aber auch so richtig Spaß machen kann.

Diese Freude an einem Sound, den Korn miterfunden haben, hat die Band anno 2016 endlich für sich wiederentdeckt und über weite Strecken zufriedenstellend auf die Rolle gebracht. Dabei changiert sie zwischen brachialer Härte („Rotting in vain“) und atmosphärischem Gerumpel („Everything falls apart“, „Die yet another night“), so wie es von Korn nun mal erwartet wird. Dass das Quintett dabei (noch) nicht die Form der Frühwerke erreicht, ist nicht schlimm, wobei durchaus zu merken ist, dass den Jungs am Ende des Albums etwas die Luft ausgegangen ist. Gelungen ist „The Serenity Of Suffering“ dennoch.

Anspieltipps:

  • Insane
  • The hating
  • Rotting in vain
  • A different world
  • Please come for me
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