Wilco - Schmilco - Cover
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Wilco Schmilco


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wilco, Schmilco. Precious, Schmecious. Records, Schmecords.

Im vergangenen Jahr veröffentlichten Wilco mit „Star Wars“ (08/2015) ein Album, das sie über ihre offizielle Webseite verschenkten und etwas später noch einmal herkömmlich zum Kauf auf CD anboten. Eine irgendwie komische Aktion, die kritisch gesehen zur noch stärkeren Entwertung von Kunst bzw. Musik beigetragen hat. Nur noch Bekloppte geben Geld für Tonträger aus, so scheint es.

Ein Jahr danach liegt mit „Schmilco“ bereits der nächste Longplayer aus dem Hause Jeff Tweedy und Wilco vor. Diesmal hat sich die Band den digitalen Wegwurf gespart, bleibt aber ihrem knackigen Veröffentlichungstempo treu. Dazu ist der Titel „Schmilco“ für das inzwischen zehnte Werk der Band aus Chicago ein echter Hingucker, inspiriert von Harry Nilssons Album „Nilsson Schmilsson“ aus dem Jahr 1971.

Im Laufe ihrer über 20-jährigen Karriere haben sich Wilco zwischen Country, Rock und Americana immer wieder ein Stückchen neu erfunden. Mit „Schmilco“ wagen sie wieder einmal so einen Schritt, indem sie ein überwiegend akustisches Werk vorlegen, das mit 37 Minuten Spielzeit ebenso schnell auf den Punkt kommt wie der Vorgänger, aber auf schillernde Rock-Riffs und barocke Arrangements verzichtet. Dafür ist das Ergebnis umso vielseitiger. Denn Wilco stellen fast schon poppige und eingängige Stücke wie „If I ever was a child“ neben verschrobenen Art-Rock („Common sense“) und stampfende Country-Schunkler wie „Nope“.

Auf gute Laune wird dabei allerdings weitgehend verzichtet, was Songtitel wie „Cry all day“, „Shrug and destroy“ oder auch „Someone to lose“ schon im Vorfeld verraten. Selbst ein Track mit der scheinbar eindeutigen Bezeichnung „Happiness“ schleppt sich eher schwermütig dahin und präsentiert einen traurigen und bisweilen wütenden Jeff Tweedy, der sich im folgenden „Locator“ als kratzbürstiger Crooner darstellt. Die sich aus dieser Gefühlslage ergebende Song-Mischung rückt das „Schmilco“-Album auffällig nahe an eine Band wie Eels heran, in der Mastermind Mark Oliver Everett ebenfalls ein Meister darin ist, schwarze Gewitterwolken in berührende Töne zu verpacken.

Anspieltipps:

  • Locator
  • Cry all day
  • If I ever was a child
  • We aren’t the world (safety girl)
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