Bruce Springsteen - Chapter And Verse - Cover
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Bruce Springsteen Chapter And Verse


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum 67. Geburtstag veröffentlicht der Boss seine Autobiografie und das begleitende Album „Chapter And Verse“.

Am 23. September, dem Veröffentlichungstag seines neuen Albums „Chapter And Verse“, feiert Bruce „The Boss“ Springsteen seinen 67. Geburtstag. Parallel dazu erscheint die knapp 700 Seiten umfassende, offizielle Autobiografie „Born To Run“, mit der die Lebensgeschichte des Amerikaners von seiner Kindheit in Freehold, New Jersey, bis in die Gegenwart nachgezeichnet wird. Sieben Jahre arbeitete Bruce Springsteen an dem opulenten Werk, das in Deutschland im Heyne Verlag erscheint und auch in der Übersetzung das noch immer in Bruce Springsteen lodernde Feuer spüren lässt.

„Chapter And Verse“ ist quasi der Soundtrack zur „Born To Run“-Bio. Er beginnt in der ganz frühen Songwriter-Phase Springsteens, um das Jahr 1966 herum und begleitet den Inhalt des Buches mit insgesamt 18 Songs, die entsteherisch bis in das Jahr 2012 reichen. Dadurch, dass auch die Frühphase im Musikerleben des Bosses eingefangen wurde, enthält das vorliegende Album nicht nur bekanntes Material, sondern auch fünf bis dato unveröffentlichte Songs, die auf Springsteens Zeit in den Bands The Castiles und Steel Mill zurückführen. Hier ist Kult vorprogrammiert!

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Natürlich sind die unbekannten Stücke aus chronologischer Sicht den übrigen Songs vorangestellt, sodass der Einstieg in „Chapter And Verse“ herrlich rumpelig und auf besserem Bootleg-Niveau abläuft. Dem Spaß an den frühen Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren ist dieser Umstand aber in keiner Weise abträglich. Denn jugendlich aufbrausende Songs wie zum Beispiel „The ballad of Jesse James“ sind auch nach mehr als 40 Jahren ihr Geld wert. Und wenn danach die in all den Jahren in Fleisch und Blut des Hörers übergegangenen Hits („Born in the U.S.A.“) und Klassiker („4th of july, Asbury Park“) abgespult werden, sind sowieso keine Zweifel angebracht.

Dabei ist der Sprung von den ersten zwei Dritteln des Albums, mit dem eindringlichen Akustikstück „My father’s house“ vom düsteren „Nebraska“-Album (1982), hin zum donnernden „Born in the U.S.A.“ (1984), auch heute noch im ersten Moment wie eine Dampfwalze, die den Hörer überrollt. Plötzlich ist Springsteen ein verliebter Gockel („Brilliant disguise“, 1987) und Popstar („Living proof“, 1992), der sich künstlerisch etwas mühsam wiederfinden muss („The ghost of Tom Joad“, 1995) und im Zuge von 9/11 zum Helden des amerikanischen Volkes wird („The rising“, 2002). Spätestens hier muss jedem Hörer bewusst sein, was der Boss für die Rockmusik der vergangenen vier Dekaden bedeutet hat und hoffentlich noch lange bedeuten wird, indem er weiterhin neue Alben auf den Markt bringt.

Anspieltipps:

  • The rising
  • The river
  • Born to run
  • Brilliant disguise
  • My father’s house
  • The ballad of Jesse James
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