Andrea Schroeder - Void - Cover
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Andrea Schroeder Void


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer spannende Rockmusik sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle!

Als die Berlinerin Andrea Schroeder im Jahr 2012 ihr Debütalbum „Blackbird“ auf den Markt brachte, waren Feuilleton und Kritiker gleichermaßen aus dem Häuschen und feierten einen neuen Star. Die Vergleiche reichten von Christa Päffgen alias Nico (The Velvet Underground) über Carla Torgerson (The Walkabouts) bis hin zur deutschen Lana Del Rey. Noch nicht einmal zwei Jahre später erschien mit „Where The Wild Oceans End“ (01/2014) der Nachfolger, der nicht minder in den Himmel gelobt wurde. Kein Grund also, für das nun vorgelegte dritte Album namens „Void“ etwas zu verändern. Oder doch?

Das in Berlin und Stockholm aufgenommene Werk wurde erstmals nicht von Chris Eckman (u.a. Terry Lee Hale, Midnight Choir, The Walkabouts), sondern von dem 51-jährigen Schweden Ulf Ivarsson (u.a. Thea Gilmore, Thåström, The Scrags, Noise HiFi) produziert. An den traditionell dunkel gefärbten Songs, deren Herkunft man eher in den 60er Jahren, als im Hier und Jetzt vermutet, hat sich allerdings nichts geändert. Wie gewohnt gibt Andrea Schroeder den schwermütigen, leicht entrückten Engel der Nacht, der mit unverwechselbarem Organ und bewusst eingesetztem Akzent düster dräunende Rocksongs wie eine schwarze Messe zelebriert.

Auch wenn es heuer ein paar kleine Längen in den bis zu 6½ Minuten langen Songs gibt, sollte der Hörer das gefühlt sehr schwere Liedgut trotzdem als Ganzes auf sich wirken lassen. Nur so erschließt sich die Wechselwirkung aus altbekannten Pop-Noir-Stücken („Black sky“, „Little girl“) und metallisch-harten Tracks („Burden“, „Kingdom“), die auf den einen oder anderen eventuell etwas effekthascherisch wirken könnten. Doch was Schroeder mit ihrer Band – Jesper Lehnkuhl (Gitarre), Dave Allen (Bass), Maurizio Vitale (Drums), Catherine Graindorge (Violine) und Mike Strauss (Piano) – auch auf dieser Platte wieder an Atmosphäre freisetzt, ist ein echtes Geschenk.

Hypnotische Stücke wie „My skin is like fire“, krachende Rocksongs wie „Creatures“ und zähflüssige Mantras wie „Was Poe afraid“ sind die Eckpfeiler dieses Albums, das tatsächlich eine Weiterentwicklung darstellt, ohne dass Andrea Schroeder und Band ihre Markenzeichen aufs Spiel gesetzt haben. Wer spannende Rockmusik sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle!

Anspieltipps:

  • Void
  • Creatures
  • Black sky
  • Endless sea
  • Drive me home
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