Peter Broderick - Partners - Cover
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Peter Broderick Partners


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Mensch auf der Erde braucht dieses Album. Jeder Song könnte, nein, sollte viel besser sein.

Nehmen wir dem Streit um Alben wie „Partners“ gleich den Wind aus den Segeln. Einige werden von der Geschichte hinter Peter Brodericks neuem Album sprechen. Hörer müssen sich auf die Geschichte einlassen, die nur per Beipackzettel zu erraten ist. Bis auf wenige Worte im Opener und Titeltrack sowie „Sometimes“ gibt nichts ansatzweise genug Aufschluss über das Konzept. Im Gegensatz zum verträumt schönen „Float 2013“ ist die neue Scheibe ein melancholisch zielloses Jammern. Die Motive schleichen und die unmerklichen Details fallen deswegen kaum ins Gewicht. „A Snowflake“ hat vor drei Jahren in drei Minuten mehr Gefühle erzeugen können, als dieses minimalistische Album.

Broderick wollte bestimmt etwas anderes ausprobieren. Es hat nicht geklappt. Mund abwischen, weitermachen. Hörer müssen sich aber mit dem Jetzt auseinandersetzen. Auf „Partners“ teilt das zehnminütige „In A Landscape“ Hörer schon zu Beginn mit einem traurigen Pianospiel, das sich in sein eigenes Elend kleidet. Warum der Künstler sein langsames Spiel nicht wie in „Carried“ mit verzerrt hauchenden Chören untermalt, um seiner Musik Dynamik zu verleihen, bleibt sein Geheimnis. Stattdessen gibt er auf „Partners“ jedem Ton viel Raum, als wolle er den Klang seines Instruments feiern. Statt einem Fest ist die Stimmung auf dem Album sehr gedrückt. Die Tiefe der einzelnen Töne geht die meiste Zeit verloren und nur der Abgrund der Abwesenheit von Tönen starrt Hörern ins Gesicht.

Bezeichnenderweise ist es Broderick selbst, der sich nicht von seiner sonst größeren Bandbreite lösen kann. In „Conspiraling“ ist deutlich zu hören, wie der Track sich gegen das enge Soundkorsett wehrt. „Partners“ klingt wie ein Album, das für ein Orchester konzipiert wurde und nun mehr schlecht als recht als Piano-Version erscheint. Das ist ein bekannter Kniff von Soundtracks zu Filmen und Videospielen. „Partners“ ist letztlich genau das und damit eine Art abgespeckte Version von „Float 2013“. In einer besseren Welt gibt sich Broderick auch auf seinem neuen Album mehr Klangvielfalt hin. In dieser Welt klingt „Sometimes“ majestätisch aus den Boxen und „Conspiralling“ und „Carried“ tragen uns in entfernte Welten und Gedankenlandschaften. In unserer Wirklichkeit ist „Partners“ ein Album, das an einem verregneten Nachmittag läuft. Und bei dieser Musik denken wir: „Ja, genau hier sind wir.“

Anspieltipps:

  • Sometimes
  • Carried
  • Conspiraling

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