Rumer - This Girl´s In Love (A Bacharach & David Songbook) - Cover
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Rumer This Girl´s In Love (A Bacharach & David Songbook)


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Edel arrangierte Lounge-Musik, immer dicht am Original. Kann man so lassen.

Jetzt hat sie es schon wieder getan und nach dem reichlich enttäuschenden „Boys Don’t Cry“-Album (06/2012) ein weiteres Werk ausschließlich mit Coverversionen eingespielt. Damit hat Rumer (37) zwar die Chance, es im Vergleich zum ersten Mal besser zu machen, aber sie nimmt auch billigend in Kauf, ihren künstlerischen Status zu verwässern, so wie es Rod Stewart (71) widerfahren ist, der gefühlte zehn Jahre, kommerziell sehr erfolgreich das „Great American Songbook“ ausgeschlachtet hat. Wir werden also beobachten müssen, wohin Rumer die Reise in der Zukunft führt.

Vorher setzten wir uns mit „This Girl’s In Love“ auseinander. Auf dem erneut von Rob Shirakbari (Dionne Warwick) produzierten Longplayer widmet sich Rumer dem US-amerikanischen Komponisten- und Texter-Duo Burt Bacharach und Hal David, das die Welt über Jahrzehnte mit seinen Hits versorgt hat, die u.a. von Frank Sinatra, Aretha Franklin, Tom Jones, The Carpenters, Gene Pitney, Neil Diamond, Dusty Springfield, Marlene Dietrich und allen voran Dionne Warwick eingesungen wurden. Rumer hat sich davon ein Dutzend ausgesucht und auf ihre Art und Weise interpretiert. Zu kaufen gibt es das Ganze natürlich auch stilecht auf Vinyl. Und zwar mit einem alternativen Cover, das im Vergleich zur CD-Version etwas luftiger und verspielter wirkt.

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„This Girl’s In Love“ besteht sowohl aus allseits bekannten Hitsingles, als auch aus eher selten gehörten Album-Tracks. Eingespielt wurde diese in edlen Arrangements, in denen der Hörer immer wieder auf Streicher, akustische Gitarren, Pianoklänge, Akkordeon, Mundharmonika und sanfte Bläser trifft. Damit wird den Bacharach-Kompositionen ein wenig der Makel einer allzu biederen Hotel-Lounge-Beschallung genommen, für die sich die Songs nun mal ganz hervorragend als Hintergrundmusik eignen („You’ll never get to heaven if you break my heart“).

Sarah Joyce alias Rumer bewegt sich mit dem Dutzend Songs immer dicht am Original und unterstreicht damit ihr Fan-sein. Dabei setzt sie ihre Stimme ein, als wären all die Songs ausdrücklich für sie geschrieben worden. Eine gute Kombination für ein Tribute-Album, das für den reinen Pop-Hörer durchaus etwas zu seicht sein könnte („Walk on by“), vergleichbar mit einer rührseligen 60er-Jahre-Schmonzette im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm an einem Sonntagnachmittag.

Anspieltipps:

  • The look of love
  • Balance of nature
  • A house is not a home
  • What the world needs now is love
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