Snowy White And The White Flames - Released - Cover
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Snowy White And The White Flames Released


  • Label: Snowy White Distribution
  • Laufzeit: 57 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Snowy White verzettelt sich in zu eintönigen Songs und schlecht programmierten Drums.

Snowy White hat in seiner mehr als 40-jährigen Karriere schon mit einigen Koryphäen gespielt. Er arbeitete unter anderem mit Pink Floyd bzw. Roger Waters, Peter Green und vor allem Thin Lizzy live und im Studio. Auch unter eigenem Namen sind ihm einige hochklassige Alben, wie „Open For Business“ seiner Blues Agency gelungen. Ein Musiker mit jahrzehntelanger Studio- und Liveerfahrung also, da verwundert es umso mehr, dass „Released“ unter einem so schlechten Klang leidet.

Direkt das instrumentale Eröffnungsstück zeigt dies deutlich. Man hört hauptsächlich Gitarrengeplänkel vor Congas und einem nervtötenden Klick ohne jeglichen Spannungsbogen. Ebenso nerven die programmierten Klicks und Becken im folgenden „The Blues Talking“, das klassische Gitarrenlicks über einem bluesigen Fundament liefert, aber mehr an die Dire Straits denn B.B. King erinnert. Vor allem die Eintönigkeit lässt beide Songs zu einer Art Fahrstuhlmusik werden.

Besser macht es White bei „It’s All Down To Me“, welches eine gefühlvolle Slidegitarre in einem melancholischen Blues unterbringt. Das folgende „It’s Always Love“ erinnert an Gary Moores „Still Got The Blues“ und ist eigentlich ein guter Song, würde er nicht unter dem schlechten Klang in Wohnzimmerqualität leiden. Und so geht es leider weiter. Die Songs sind eintönig, ohne Intensitätsgewinn, wie der klassische Acht-Takter „Blues On A Borrowed Guitar“, der trotz seiner fast sechs Minuten gleichbleibend vor sich hinplätschert. Ebenso nichtssagend sind das instrumentale „Blue Day“ und „Wrong Side Of The Tracks“.

Klar ist, der Mann kann Gitarre spielen und das zeigt er auch immer wieder. Das neunminütige, jazzige „Out Of Control“ kann man so machen und auch im düster-melancholischen „I Know What’s Coming“ zeigt der 68-Jährige, was er kann. Trotzdem klingt das Album insgesamt zu eintönig, fast langweilig, und wird durch die immer wieder programmierten Drums, sofern denn komplette Beats zustande kommen, die unter einem schlechten Klang leiden, weiter heruntergezogen. Im Fahrstuhl oder beim Zahnarzt wird man sich über „Released“ nicht beschweren, zu Hause legt man dann doch lieber eine andere Platte des Engländers auf.

Anspieltipps:

  • It’s All Down To Me
  • Everything - It’s Alright
  • I Know What’s Coming

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