Alter Bridge - The Last Hero - Cover
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Alter Bridge The Last Hero


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 71 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kennedy, Tremonti und Co. tanzen auf zu vielen Hochzeiten. Deshalb klingt „The Last Hero“ wie altbekanntes Material und zeigt deutliche Abnutzungserscheinungen.

Da Creed mittlerweile wieder mal völlig auf Eis liegt, bleibt mehr Zeit für Alter Bridge, mag man denken. Dem ist allerdings nicht wirklich so. Mark Tremonti ist fleißig mit seiner Soloband Tremonti im Studio oder Live unterwegs, Myles Kennedy hat von seinem Chef Slash dieses Jahr mal frei bekommen. So kommt es, dass wieder drei Jahre vergangen sind, seitdem das letzte wirklich gute Alter-Bridge-Album „Fortress“ das Licht der Welt erblickte. Trotzdem sind in den letzten fünf Jahren ganze acht Studioalben mit Beteiligung eines der Musiker von Alter Bridge veröffentlicht worden.

Dies zeigt sich leider auch auf der neuen Scheibe „The Last Hero“. Vieles klingt unausgegoren, belanglos, wiedergekäut, einfallslos oder eintönig. Der Opener „Show Me A Leader“ beginnt mit ruhigem, düsterem Intro vielversprechend, aber spätestens mit dem Einsatz Kennedys wird es langweilig. Seine Gesangslinien hat man einfach schon zu oft gehört. Langgezogene Worte am Ende der Sätze, „Whoohoohoo“-Gesänge gibt es nicht nur hier, sondern auch im direkt folgenden „The Writing On The Wall“. Bei „The Other Side“ versucht er es mit tieferem Gesang in den Strophen, diese Abwechslung wird aber spätestens im Refrain zunichte gemacht.

Ein weiterer Minuspunkt des Albums ist auch die Spieldauer. Die Songs wirken künstlich in die Länge gezogen und ein Album mit vielleicht acht, neun oder zehn Songs hätte es auch mal getan. Denn nicht alle sind uninspiriert. Die ruhigeren Songs sind es, zu denen Myles Kennedys Stimme viel besser harmoniert. „Cradle To The Grave“ ist zwar eine typische Radionummer, wie sie auch von Creed hätte stammen können, ist aber trotzdem nicht schlecht und lebt vor allem von den tollen Gitarrenparts Tremontis. Von den härteren Nummern können vor allem „Poison In Your Veins“, „Crows On A Wire“ und „Losing Patience“ überzeugen. Mal sind schnelle 16tel-Riffs geboten, mal schwere, düstere Riffs und schleppende Drums.

Insgesamt bleibt aber ein Eindruck der Überforderung. Zu viel auf einmal und von derselben Sorte, sodass nach den ersten paar Songs schon Abnutzungserscheinungen auftreten. Die Herren tanzen auf vielen Hochzeiten, aber gerade „The Last Hero“ zeigt, dass dies gerade dem Songwriting nicht sehr dienlich ist. Zu viele Songs sind belanglos und wirken wie wiedergekäutes Material.

Anspieltipps:

  • Cradle To The Grave
  • Losing Patience
  • Crows On A Wire

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