Green Day - Revolution Radio - Cover
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Green Day Revolution Radio


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Green Day haben die Kurve noch einmal bekommen und sind wieder in der Spur.

Vier Jahre nach der in die Hose gegangenen Katastrophen-Trilogie „Uno!“, „Dos!“, „Tré!“, die zwischen September und Dezember 2012 auf den Markt kam, melden sich Green Day mit einem neuen Studioalbum zurück. Die Zeit dazwischen nutzten Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool dazu, um private Probleme zu lösen, Abstand zu bekommen und um ihre Akkus wieder aufzuladen. Einfach den Stecker ziehen und für ein paare Jahre abtauchen – Green Day hatten gemerkt, dass dies einfach mal nötig wurde, auch wenn Billie Joe die Beine nicht lange stillhalten konnte und 2013 ein Cover-Album zusammen mit Norah Jones aufnahm („Foreverly“, 11/2013).

Als dann die Ideen für ein neues Album reiften, war Green Day klar, dass sie in ihrem kreativen Prozess etwas ändern mussten. Zurück zu den Wurzeln lautete die Devise. Denn was sollte nach den Rockopern des vergangenen Jahrzehnts auch noch kommen, dass auch nur ansatzweise Steigerungspotenzial besitzt? Also ging es wie zuletzt beim „Kerplunk!“-Album (01/1992) ohne Produzent, nur mit Toningenieur Chris Dugan in das neuerrichtete, Band-eigene Otis-Studio in Oakland, wo „Revolution Radio“ Gestalt annahm.

Mit der vorab ausgekoppelten Single „Bang bang“ rissen Green Day allerdings keine Bäume aus. Der Hörer bekommt zwar straighten Punkrock auf die Ohren geballert, aber ohne eine zündende Hookline. Doch eingängige Hooklines sind nun mal das Elixier, das die Hörer von den drei Kaliforniern am meisten einfordern. Und siehe da, Green Day haben verstanden! Das Trio serviert auf „Revolution Radio“ einen geschickten Querschnitt all seiner Stärken, mit denen die Band tatsächlich an die Unbekümmertheit der ersten Alben heranreicht.

Ihre reichhaltigen Erfahrungen der vergangenen 25 Jahre haben Green Day dennoch nicht ausgeklammert. Schließlich ist die Band Teil des Mainstreams. Und dieser will entsprechend bedient werden. Das schaffen Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool heuer wesentlich besser als vor vier Jahren, auch wenn die Songs in der Regel nicht die Strahlkraft des „American Idiot“-Albums (2004) besitzen und den Aha-Effekt des „Dookie“-Albums (1994) logischerweise nicht reproduzieren können.

Macht alles nichts! Denn schon der Opener „Somewhere now“ läutet eine 45-minütige Punkrock-Party ein, die nur wenige Schwachstellen wie das aufgeblasene „Outlaws“ oder das schon erwähnte „Bang bang“ hat. Im Gegensatz dazu stehen wunderbar simple Power-Songs wie „Still breathing“ oder opulente Epen wie „Forever now“, um nur zwei Songs herauszuheben, die deutlich machen, dass Green Day die Kurve noch einmal bekommen haben und wieder in der Spur sind.

Anspieltipps:

  • Say goodbye
  • Forever now
  • Still breathing
  • Somewhere now
  • Too dumb to die
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