Cass McCombs - Mangy Love - Cover
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Cass McCombs Mangy Love


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Viele der „Mangy Love“-Tracks baden in einem lässig abgehangenen Süßholz-Schaumbad, das dem einen oder anderen gewiss zu schunkelig daherkommen wird.

Mit seinem neuen Studioalben „Mangy Love“, dem insgesamt zehnten Output inklusive seiner Debüt-EP „Not The Way“ aus dem Jahr 2002, steht der amerikanische Singer/Songwriter Cass McCombs (39) nun beim ehrwürdigen Indie-Label Anti Records (Tom Waits,Beth Orton, Wilco, Neko Case, Glen Hansard) unter Vertrag. Das ist durchaus eine Auszeichnung. Doch trotz seiner regelmäßigen Veröffentlichung und schier endlosen Touren, ist Cass McCombs noch immer nicht in den Regionen auf der Singer/Songwriter-Landkarte angekommen, in die er nach Meinung vieler hingehört. „Mangy Love“ ist deshalb der nächste Anlauf, den Namen Cass McCombs noch stärker in das Bewusstsein der Alt-County-Folk-Americana-Singer/Songwriter-Szene hineinzubefördern.

Der Kalifornier würde mit seiner Musik ganz wunderbar in die 60er- oder frühen 70er-Jahre passen. Ihm einfach ein Retro-Schildchen ans Revers zu heften, wäre dennoch zu einfach gedacht. Schließlich spart McCombs in seinen Texten nicht mit sozialkritischen Anmerkungen zu aktuellen Themen. Wie gut, dass es dazu Booklets gibt. Denn viele der ein Dutzend Tracks auf „Mangy Love“ baden in einem lässig abgehangenen Süßholz-Schaumbad, das dem einen oder anderen gewiss zu schunkelig daherkommt.

Kitsch wie „Laughter is the best medicine“ oder auch „Medusa’s outhouse“ kitzelt dabei entfernt am Schaffen eines Neil Young, Stücke wie „Low flying birds“ verlieren sich in mäanderten Beach-Boys-Welten, während „Opposite house“ wiederum soulige Grooves offenbart. Das ist auf gewisse Weise durchaus abwechslungsreich, aber einfach zu sehr in einen plüschigen Wattebausch eingehüllt, als würde der Hörer ein Kissen vor die Lautsprecherboxen pressen.

Das beutet nicht, dass sich nicht auf auch „Mangy Love“ ein paar Perlen finden lassen. Das wunderbar lässige „Bum bum bum“ zum Beispiel oder das atmosphärisch feine „In a chinese alley“, das tatsächlich ein wenig an Pink Floyd (!) gemahnt. Und trotzdem herrscht das Gefühl vor, dass hier mehr drin gewesen wäre. Aber vielleicht legt sich diese Einschätzung nach dem dritten oder vierten Durchlauf ja noch.

Anspieltipps:

  • Switch
  • Rancid girl
  • Bum bum bum
  • In a chinese alley
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