Phillip Boa And The Voodooclub - Blank Expression: A History Of Singles - Cover
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Phillip Boa And The Voodooclub Blank Expression: A History Of Singles


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 118 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Blank Expression“ ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Singles. In der Deluxe-Ausgabe versteckt sich nämlich zusätzlich ein komplettes neues Album des Herrn Boa.

Dass Phillip Boa (53) fürwahr kein gewöhnlicher Zeitgenosse ist, sondern in der deutschen Musikszene einen sehr speziellen Ruf genießt, zeigt auch seine neueste Veröffentlichung wieder einmal. Das Album „Blank Expression“ ist im Grund „nur“ eine Sammlung von Singleauskopplungen der vergangenen 30 Jahre. So weit, so gut und unspektakulär. Doch wer zur Deluxe-Ausgabe von „Blank Expression“ greift, erhält mit dem auf einer zweiten CD untergebrachten „Fresco“-Album zwölf neue Songs auf die Lauscher.

Merkwürdig, aber wahr. Und wer es noch exklusiver mag, mehr Geld ausgeben kann und sich zudem beeilt, kann mit der auf 1.500 Einheiten limitierten Collector’s Edition zusätzlich ein Live-Album mit 14 Tracks, eine 10“-Vinyl-Platte mit vier neueingespielten Boa-Klassikern sowie ein 54-seitiges Begleitbuch abgreifen. Trotzdem: Auf die 19 hier zusammengetragenen Singles aus dem Zeitraum 1986 bis 2016 noch einmal einzugehen, würde bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. Schenken wir uns also! Viel spannender ist der Schachzug, einer Hitsammlung gleich ein komplettes neues Album beizufügen.

Entstanden aus der Idee, eine EP mit fünf neuen Songs einzuspielen, ist am Ende eine kreative Explosion geworden, die in wenigen Tagen einen kompletten Longplayer mit einem Dutzend Tracks als Ergebnis hatte. Dieser setzt den Sound der beiden letzten Studioalben „Loyalty“ (08/2012) und „Bleach House“ (08/2014) konsequent fort. Sprich: Weitgehender Verzicht auf frühere, elektronische Spielereien, dafür mehr rockiges auf den Punkt kommen. Der Hörer nimmt es dankend an, ahnt aber ein wenig, warum Boa diese Songs hinter seiner Single-Sammlung versteckt.

Vielleicht traute er den ungewöhnlich schnell produzierten Songs nicht zu, als reguläres Studiowerk zu bestehen. Sollte es tatsächlich so sein, ist die Sorge unbegründet. Denn „Fresco“ ist ein gutes Indie-Pop-Album, das vom Geist der 80er Jahre umweht wird. Mit knackigen Rocksongs wie „Porno nails“ oder auch „Kill your vacation“ und atmosphärischen Kleinoden wie „This pain“ und „Le brigadier“ werden dabei etwaige Defizite locker wettgemacht, sodass mit dem „Blank Expression“-Doppeldecker am Ende eine schöne Kombination aus Alt und Neu zu Buche steht.

Anspieltipps:

  • Blackout
  • This pain
  • Broke & sons
  • Sisters under the sea
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