Barry Gibb - In The Now - Cover
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Barry Gibb In The Now


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„In The Now“ ist nett, aber nicht wirklich weltbewegend und in Gänze etwas zu rührselig geraten.

Barry Gibb (70) ist das letzte noch lebende Mitglied der Bee Gees, die zu den erfolgreichsten Popgruppen aller Zeiten zählen. Seine Brüder und Bandmitglieder Maurice und Robin starben 2003 bzw. 2012 und auch der Jüngste im Familienbunde, Andy Gibb, starb bereits im Jahr 1988. Die daraus resultierende Tragik lässt sich Barry Gibb allerdings nicht anmerken. Er startete vielmehr ein neues Familienprojekt mit seinen Söhnen Stephen und Ashley Gibb, die zusammen mit ihrem Vater das Album „In The Now“ komponierten. Damit erhält die Solokarriere von Barry Gibb einen weiteren Eintrag. Denn diese ist bis dato äußerst überschaubar.

Als Plattenveröffentlichungen finden sich lediglich „Guilty“ (1981) im Duett mit Barbra Streisand, „Now Voyager“ (1984), der Soundtrack zum Film „Hawks“ (1988) sowie „Guilty Pleasures“ (2005), wiederum im Duett mit Barbra Streisand, in der Vita des 70-Jährigen wieder. Deshalb ist die Veröffentlichung von „In The Now“ durchaus mal ein Thema in der Musikwelt, das aufhorchen lässt. Aufgenommen hat Barry Gibb das Werk mit seinem Langzeitkollaborateur, dem Produzenten und Toningenieur John Merchant (Michael Jackson, Mika, Ronan Keating, Michael Bublé) in Miami, dem Hauptwohnsitz von Barry Gibb.

Dabei ist ein Album entstanden, das man sich durchaus auch als eines der Bee Gees vorstellen könnte, weil Barry Gibb und seine Söhne keinerlei Experimente eingegangen und dem musikalischen Spätwerk der Gebrüder Gibb stilistisch treugeblieben sind. Daraus resultiert ein gediegenes Alterswerk zwischen Adult-Pop, Classic-Rock, Country und Singer/Songwriter-Attitüde, das weitgehend auf laute Töne verzichtet, dafür aber mit dem unverkennbaren Micky-Maus-Organ Barry Gibbs wuchern kann. Ein besseres Markenzeichen als diese Stimme gibt es nicht.

Auch wenn hier und da mal eine E-Gitarre etwas forscher erklingt („Grand illusion“), ist „In The Now“ tief in der Popmusik verwurzelt, wobei Barry Gibb jede Menge mit Streichern unterfütterten, balladesken Edel-Schmalz anrührt („Star crossed lovers“, „Amy in colour“, „Cross to bear“, „Meaning of the world“, „Shadows“, „The long goodbye“), der unter dem Banner „erwachsene Popmusik“ verbucht werden kann. Dazu kommen ein paar interessante Ausritte, in denen Barry Gibb an Kollegen wie Tom Petty („Blowin‘ a fuse“), Roy Orbison („Home truth song“) und Willie Nelson („End of the rainbow“) erinnert. Das ist nett, aber auch nicht wirklich weltbewegend und in Gänze etwas zu rührselig geraten.

Anspieltipps:

  • Diamonds
  • Grey ghost
  • Grand illusion
  • Home truth song
  • End of the rainbow
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