Fritz Kalkbrenner - Grand Départ - Cover
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Fritz Kalkbrenner Grand Départ


  • Label: BMG Rights Management
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Gib dem Affen Zucker! Fritz Kalkbrenner reitet seine Erfolgsformel auf „Grand Départ“ zum mittlerweile vierten Mal.

DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner (35) ist ein Musiker, nach dem sich die Uhr stellen lässt. Seit fast zehn Jahren treibt er seine Karriere mit Disziplin, Pünktlichkeit und Erwartungen befriedigend voran. Dabei hat er seine Erfolgsformel längst gefunden und variiert diese von Album zu Album nur in kleinsten Nuancen. Folgerichtig ist auch sein viertes Soloalbum „Grand Départ“ nicht der proklamierte „große Aufbruch“ in neue Gefilde, sondern die geschickte Verwaltung eines Status, der im Zweijahresrhythmus mit den bekannten Routinen aus der House-, Techno-, Pop- und Elektro-Schublade weiter gefestigt wird.

Mit dieser Leistung ist der Berliner längst nicht nur aus dem großen Schatten seines berühmten Bruders Paul herausgetreten, er hat ihn inzwischen sogar überholt und ist zu einer verlässlichen Bank des Genres avanciert. Mit „Grand Départ“ zementiert Fritz Kalkbrenner noch einmal nachdrücklich, was er vor sechs Jahren mit seinem Debüt „Here Today Gone Tomorrow“ (10/2010) begann. Der eh schon sehr softe Techno-Anteil wurde dazu noch mehr zurückgefahren und die 13 Songs in ein minimalistisches House-Korsett gesteckt, das nur noch zu einem Drittel aus Instrumentalstücken besteht.

Die übrigen Songs werden mit Kalkbrenners leicht souliger Stimme veredelt, die gewiss zu keinen Höchstleistungen imstande ist, aber recht gut zu dem Gebräu aus tröpfelnden Beats, entschleunigten Rhythmen und eigewobenen, organischen Instrumenten passt. Hier spielt Fritz Kalkbrenner vor allem mit Bläsern, lässt hier und da ein paar Streicher erklingen und unterfüttert das Ganze mit einem Wurlitzer Electric Piano. Daraus rührt der 35-Jährige eine äußerst leicht verdauliche Club- und Lounge-Berieselung an, die tanzbar ist, aber auch als Hintergrundmusik taugt, aber auch als Hintergrundmusik taugt, was im Kalkbrenner-Kosmos absolut keinen Widerspruch darstellt.

In „Grand Départ“ steckt wieder einmal 100% Fritz Kalkbrenner. Das bedeutet: Keine Experimente, keine großen Neuerungen, keine Überraschungen. Dafür: Solide Tracks, gediegen-atmosphärische Sounds und Großstadt-Coolness. Eine bewährte, minimale Formel, die auch heuer im gewünschten Umfang aufgeht.

Anspieltipps:

  • Again
  • A good day
  • In this game
  • It takes a fool
  • Changing face
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