Mozes And The Firstborn - Great Pile Of Nothing - Cover
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Mozes And The Firstborn Great Pile Of Nothing


  • Label: Burger Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein paar junge Karohemden-Träger aus Eindhoven erfinden den Slacker-Sound der 90er Jahre neu.

Die aus Eindhoven in den Niederlanden stammende Band Mozes And The Firstborn gründete sich im Jahr 2010 und debütierte drei Jahre später mit ihrem selbstbetitelten Erstling. Wer das Album hören durfte, dem gefiel in der Regel der räudige LoFi-Garagen-Sound von Melle Dielesen (Gesang), Ernst-Jan van Doorn (Gitarre), Corto Blommaert (Bass) und Raven Aartsen (Drums). Unterm Strich waren es aber zu wenige, die von den Indie-Rockern und dem „Mozes And The Firstborn“-Album Notiz nahmen. Die Band verschwand von der Bildfläche und begann erst im Winter 2015 den Aufnahmeprozess für ihren zweiten Longplayer.

Das auf den Titel „Great Pile Of Nothing“ getaufte Album produzierte Drummer Raven Aartsen, dessen Bruder Wolf Aartsen das Cover-Artwork gestaltete. Musikalisch haben die Niederländer den Garagen-Touch des Debüts etwas heruntergefahren und gegen einen gut abgehangenen Slacker-Sound im Stile der seligen 90er Jahre getauscht, den wir damals so oder so ähnlich bei Bands wie Weezer (als diese noch richtig stark waren) und Pavement gehört haben. Räudig klingen Mozes And The Firstborn dabei allerdings noch immer, was allein schon am Gesangsstil von Melle Dielesen liegt, der irgendwo zwischen Krächzen und Bellen angesiedelt ist („Crybaby“).

Überhaupt dieser Melle Dielesen! Seine Stimme erinnert phasenweise an Dave Pirner (Soul Asylum) und dann wieder an Rivers Cuomo (Weezer), auch wenn der Bursche ab und zu schief singt, wie dieser olle Turm in Pisa in der Gegend herumsteht („Mayday“). Das macht das Ganze nur noch sympathischer, selbst wenn die Melodien der vier Holländer heuer durchaus den einen oder anderen zusätzlichen Zuckerguss-Überzug erhalten haben („Power ranger“). Das Ergebnis ist dennoch eine wunderbare Zeitreise zurück in eine Epoche, als Alternative Rock in allen möglichen Facetten wie Pilze aus dem Boden schoss und Schubladen wie „College Rock“ aufgemacht wurden.

Zu verdanken haben wir dies ein paar jungen Karohemden-Trägern aus Eindhoven, die völlig unverkrampft zu Werke gehen und dem Slacker-Sound aus den Neunzigern neues Leben einhauchen. Irgendwie verrückt, aber auch ziemlich cool.

Anspieltipps:

  • Crawl
  • OC/DC
  • Power ranger
  • Great pile of nothing
  • Till the feeling’s gone
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