Tim Bendzko - Immer Noch Mensch - Cover
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Tim Bendzko Immer Noch Mensch


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Immer noch Mensch“ ist eine Selbsttherapie in elf Akten, die das Publikum in dieser Art wohl nicht erwartet hat.

immer stärker wachsenden Garde junger deutscher Songwriter neben dem Augsburger Andreas Bourani (33) den kommerziell besten Karrierestart hingelegt. Darauf ausruhen kann er sich allerdings nicht. Denn regelmäßig drängen neue Künstler nach, die ebenfalls das Talent haben, mit ihrer Musik die Massen zu begeistern. Und die Basis ist ebenso nicht zu vernachlässigen. Zum Vergleich: Kollege Clueso ist auch erst 36 Jahre alt, aber schon seit 15 Jahren dabei. Da heißt es am Ball bleiben.

Trotzdem hat sich Tim Bendzko nach seinem Nummer-1-Album „Am seidenen Faden“ (05/2013) die Zeit genommen, die er brauchte, um bei seinen Kompositionen ein noch feineres Herausarbeiten des musikalischen Kerns hinzubekommen, ohne sich neu erfinden zu müssen. Dazu bestand auch keine ernsthafte Veranlassung, sodass musikalisch vieles beim Alten bleibt. Seinen Texten ist hingegen anzumerken, dass sich Tim Bendzko in der vergangenen Zeit viele Gedanken gemacht und sich und sein Leben hinterfragt hat.

So werden in den elf Songs regelmäßig Probleme aller Art gewälzt, die bis zur gefühlten Depression reichen („Immer noch Mensch“). Bendzko verarbeitet auf ihm lastenden Druck („Keine Maschine“), begibt sich auf Selbstfindungssuche („Wie wir sind“), seziert gescheiterte Beziehungen („Reparieren“, „Sternenstaub“) und sucht nach Lösungen („Leichtsinn“). Das Ganze verpackt der 31-Jährige bei aller Melancholie („Winter“) immer wieder in schöne Melodien („Nicht das Ende“), denen die angenehm warme und unaufdringliche Produktion zugutekommt.

Das mag vielleicht nicht das sein, was das Publikum erwartet hat – und doch ist „Immer noch Mensch“ eine ehrliche, wenn auch pathetische Situationsbeschreibung, die wie eine Selbsttherapie in elf Akten wirkt. Dass Tim Bendzko dabei kein lyrischer Tiefgänger ist und zu Poesiealbumsprüchen neigt, geschenkt. Mit dem finalen „Warum ich Lieder singe“ erklärt sich der Songwriter nämlich quasi selbst. Und das Ergebnis klingt logisch.

Anspieltipps:

  • Winter
  • Leichtsinn
  • Beste Version
  • Keine Maschine
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