Daniel Lanois - Goodbye To Language - Cover
Große Ansicht

Daniel Lanois Goodbye To Language


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ambient-Klänge, inspiriert von Maurice Ravel und Claude Debussy, umgesetzt auf Pedal Steel und Lap Steel Gitarre. Für die heutige ADHS-Jugend kommt dieser Sound einer Katastrophe gleich.

Der Kanadier Daniel Lanois (65) produzierte in seiner langen Karriere Alben von Brian Eno, Peter Gabriel, U2, Bob Dylan, Neil Young und Willie Nelson, um nur ein paar Beispiele zu nennen, und spielte neun Soloalben ein. Mit diesem Schaffen prägte er seinen nachhaltigen Ruf in der internationalen Musiklandschaft, der bis heute als Soundtüftler ungebrochen ist.

Auf seinem neuesten Longplayer „Goodbye To Language“ hat sich Daniel Lanois diesmal mit dem in den USA geborenen Deutsch-Italiener Rocco DeLuca (40) als kreatives Doppel zusammengetan. Eine logische Entscheidung, da die beiden schon seit Jahren mehrfach im Studio und auf der Bühne zusammengearbeitet haben. So produzierte Daniel Lanois die letzten beiden Studioalben DeLucas, der inzwischen seit über zehn Jahren als Musiker aktiv ist.

Auf „Goodbye To Language“ hat, wie es der Titel schon andeutet, Gesang keinen Platz. Es handelt sich einmal mehr um ein rein instrumentales Album aus der Lanois-Schmiede, wobei sämtliche Kompositionen im Verbund entstanden sind. Rocco DeLuca agiert dabei an der Lap Steel Gitarre, während Lanois die Pedal Steel Gitarre bevorzugt. Die Produktion übernahm Ryan Worrall. Musikalisch orientierten sich DeLuca/Lanois u.a. an dem Schaffen von Künstlern aus der klassischen Musik wie Maurice Ravel und Claude Debussy.

Aus diesem Input schuf das Duo ein Dutzend experimentell-schwebende Ambient-Tracks, die ihre Wirkung am besten im dunkel und unter Kopfhörern entfalten. Dabei steht das ungewöhnliche Zusammenspiel von Lap Steel und Pedal Steel im Mittelpunkt, für das sich der Hörer Zeit nehmen muss, wenn er sämtliche Details entdecken möchte. Für die heutige ADHS-Jugend kommt dies natürlich einer Katastrophe gleich. Aber auch der in Sachen Ambient nicht geübte Hörer muss mit den sanft dahingleitenden, sich immer wieder stark ähnelnden Klängen kämpfen. „Goodbye To Language“ ist eben kein Album, das man einfach so im Vorbeigehen abfrühstücken kann, was sowohl Vor- als auch Nachteile birgt.

Anspieltipps:

  • Satie
  • The cave
  • Blue diamond
  • Later that night
Neue Kritiken im Genre „Ambient“
7.5/10

Essential Album Collection Vol. 1
  • 2019    
Diskutiere über „Daniel Lanois“
comments powered by Disqus