Mother Love Bone - On Earth As It Is: The Complete Works - Cover
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Mother Love Bone On Earth As It Is: The Complete Works


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 200 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Vermächtnis der Grunge-Wegbereiter auf drei CDs und einer DVD in einer limitierten Box.

Wer damals mit dem Beginn der 90er Jahre den Grunge-Boom live miterlebt hat, dem muss man über eine Band wie Mother Love Bone nichts mehr erzählen, auch wenn diese nur kurz existierte und lediglich ein Album und eine EP auf den Markt brachten. Dennoch zählen Mother Love Bone zu den Pionieren des Grunge, die den Zug zusammen mit Bands wie Mudhoney, Nirvana, Soundgarden, Screaming Trees, Alice In Chains, Pearl Jam und später den Stone Temple Pilots ins Rollen brachten.

Ausschlaggebend für den Ruhm der Band aus Seattle war nicht nur ihre Musik, sondern auch die dramatische Hintergrundgeschichte, die letztendlich auch der Grund für die kurze Existenz war. Die Anfänge von Mother Love Bone reichen dabei bis auf das Jahr 1987 zurück, in dem die Urbesetzung noch unter dem Bandnamen Lords Of The Wasteland zusammenfand. Nach einer Umbesetzung unterschrieben dann Andrew Wood (Gesang), Jeff Ament (Bass), Stone Gossard (Gitarre), Bruce Fairweather (Gitarre) und Greg Gilmore (Drums) einen Vertrag bei PolyGram Records.

1989 veröffentlichten Mother Love Bone ihre Debüt-EP „Shine“, bevor es nach einer kurzen Tournee an die Albumaufnahmen ging, die sich eh schon verzögert hatten, weil Sänger Andrew Wood gegen seine Heroinsucht ankämpfte. Auch dies gehörte leider zur Grunge-Szene dazu. Harte Drogen machten vielen Musikern zu schaffen und führten sie ins Verderben (siehe u.a. Kurt Cobain von Nirvana oder auch Layne Staley von Alice In Chains). Auch Andrew Wood gehörte zu denen, die es am Ende nicht geschafft haben. Noch vor der Veröffentlichung des Debütalbums „Apple“ starb der Sänger am 19. März 1990 an einer Überdosis Heroin.

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„Apple“ erschien vier Monate nach dem Tod Woods und hinterließ in den Charts keine nennenswerten Spuren. Stone Gossard und Jeff Ament gründeten später die Band Pearl Jam und wirkten zusammen mit Chris Cornell und Matt Cameron (beide Soundgarden) an dem MLB-Tribute „Temple Of The Dog“ (04/1991) mit. Dieses Werk wurde vor wenigen Wochen mit einer Neuauflage zum 25-jährigen Jubiläum gewürdigt. Und nun sind auch Mother Love Bone mit einer Würdigung ihres Schaffens an der Reihe.

Dazu wurden die Archive gesichtet und alles hervorgekramt, was sich von Mother Love Bone finden ließ. Die „Shine“-EP und das „Apple“-Album wurden digital remastert und um 20 Raritäten ergänzt. Dazu wurde die Dokumentation „Love Bone Earth Affair“ erstmalig ins DVD-Format umgesetzt. Daraus ergibt sich ein limitiertes Box-Set mit drei CDs und einer DVD, mit dem das Grunge-Phänomen anhand der Band Mother Love Bone ergründet werden kann. Dabei kann festgestellt werden, dass die Wurzeln des MLB-Sounds im Hardrock und Metal der späten 80er Jahre liegen und noch nicht viel mit den späteren Depri-Eskapaden verschiedener Bands zu tun haben.

Beschäftigt sich der Hörer mit Tracks wie „Holy roller“, „Bone China“, „Come bite the apple“ oder auch „Stargazer“ an, fällt nicht nur auf, dass Bands wie Guns N´ Roses oder auch Led Zeppelin definitiv nicht weit vom Sound der Seattle-Rocker entfernt sind. Auch der klassische Grunge, wie wir ihn heute kennen, musste sich auf dem Album erst einen Weg suchen und schälte sich mit zunehmender Spieldauer in Songs wie „Captain hi top“, „Man of golden words“, „Gentle groove“ und allen voran „Crown of thorns“ immer mehr heraus. Am Ende von „Apple“ war dann klar, dass Mother Love Bone kein uneingeschränktes Meisterwerk abgeliefert, aber den späteren Grunge-Bands eine gute bis sehr gute Steilvorlage abgeliefert hatten.

Anspieltipps:

  • Holy roller
  • Gentle groove
  • Capricorn sister
  • This is shangrila
  • Crown of thorns
  • Stardog champion
  • Half ass monkey boy
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