JoJo - Mad Love - Cover
Große Ansicht

JoJo Mad Love


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Comeback nach zehn Jahren, dem es an Feuer und Durchschlagskraft fehlt.

Joanna Noëlle Blagden Levesque alias JoJo debütierte als gerade einmal 13-Jährige im Jahr 2004 mit dem Song „Leave (get out)“ und erreichte auf Anhieb Platz eins in den US Airplay Charts. Damit war für die Pop- und R&B-Szene ein neuer Star geboren, der in den folgenden drei Jahren mit zwei Alben („JoJo“, 2004 und The High Road“, 2006) sowie einem halben Dutzend Singleauskopplungen fleißig daran arbeitete, den Pop-Thron zu erklimmen und Kolleginnen wie Britney Spears und Christina Aguilera zu verdrängen. Doch dann nahm die Karriere des Teenager-Stars eine merkwürdige Wendung.

Erst verlief alles ganz normal. Die Arbeiten am dritten Studioalbum mit dem geplanten Titel „All I Want Is Everything“ begannen 2007. Doch die Jahre vergingen und nichts Zählbares passierte. 2011 hieß es, dass das inzwischen in „Jumping Trains“ umbenannte Werk nun endlich erscheinen sollte, doch auch diese Ankündigung verlief im Sande. Ab und zu war JoJo in Kinofilmen wie „Die Chaoscamper“ (2006) und TV-Produktionen wie „Hawaii Five-O“ (2011) zu sehen oder veröffentlichte über das Internet Musik, aber richtig Hand und Fuß hatte das alles nicht. Erst als JoJo im Dezember 2013 mit einer Klage gegen ihre Plattenfirma vor Gericht durchkam, war der Weg zurück geebnet.

Noch im selben Monat unterzeichnete JoJo einen neuen Plattenvertrag mit dem Major Atlantic Records. Und trotzdem gingen noch einmal fast drei Jahre ins Land, ehe JoJo nun mit „Mad Love“ ihr drittes Studioalbum vorlegt – satte zehn Jahre nach ihrem Zweitwerk, das in den USA auf Platz drei der Billboard Charts kam und weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft wurde. Die Erwartungen an „Mad Love“ sind also nicht gerade klein. Und das weltweit schwache Abschneiden der vorab ausgekoppelten Single „F*** apologies“ (07/2016) verringert den Druck auch nicht.

Dabei ist der Song gar nicht schlecht. Die Melodie geht sofort ins Ohr und der Text ist frech. Was allerdings fehlt, ist ein gewisser Überraschungseffekt, mit dem ein Comeback nach zehn Jahren angekurbelt werden kann. Diesen kann JoJo auf dem gesamten „Mad Love“-Album nicht vorweisen. Und den Bonus einer 13-Jährigen kann sie sich natürlich auch abschminken. Damit hat sie es anno 2016 schwer, wieder in die Spur zu finden. Denn die elf Songs auf „Mad Love“ sind bis auf wenige Ausnahmen alle keine Brüller. Traurig, aber wahr: JoJo wird im Dezember erst 26 und wirkt dennoch wie eine Blume, die das Musik-Biz ins Welken gebracht hat. So bitter kann das Musikerleben sein.

„Mad Love“ ist das Album einer immer noch jungen Frau, die sich zurückgekämpft hat, was Respekt verdient. Vorbei sind die Zeiten, als JoJo im Teenageralter fast schon grenzwertig in ihren Videoclips vermarktet wurde und Texte sang, die nicht zu einer 13-Jährigen passten. Nun stimmen die Rahmenbedingungen, aber der Musik fehlt es über weite Strecken an Zugkraft. Dabei legen sich zum Beispiel die Gast-Rapper Wiz Khalifa und Remy Ma ordentlich sich ins Zeug, um dem Album mit Tracks wie „FAB“ (was ausgeschrieben „fake ass bitches“ heißt) einen „Explicit Content“-Sticker einzubringen. Nur, geholfen hat es nicht viel, um das allenfalls durchschnittliche Songmaterial so aufzupeppen, dass etwas davon nachhaltig hängenbleibt.

Anspieltipps:

  • I am
  • Like this
  • Mad love
  • High heels
  • F*** apologies
Neue Kritiken im Genre „R&B“
Diskutiere über „JoJo“
comments powered by Disqus