The Pretty Reckless - Who You Selling For - Cover
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The Pretty Reckless Who You Selling For


  • Label: Razor & Tie/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

The Pretty Reckless haben unter Live-Bedingungen aufgenommen. Das Ergebnis ist kraftvoll, authentisch und klingt und nicht mehr nach dem Hobby einer Model-Göre, die ein bisschen Krach machen will.

The Pretty Reckless aus New York City, um Frontfrau Taylor Momsen (23), sind so etwas wie die härtere Ausgabe der Blues Pills. Sprich: Beide Bands frönen dem Blues, doch bei den US-Amerikanern ist zum einen mehr Dampf auf dem Kessel und zum anderen eine Sängerin am Start, die das Spiel mit den Medien perfekt beherrscht und im richtigen Moment auf zu viel Stoff auf der Haut verzichtet. Das wirkt nicht wirklich seriös, doch hey, der Erfolg gibt der Band recht – und wir sprechen hier schließlich von Rock’n’Roll!

Obwohl sich The Pretty Reckless mit dem Vorgänger-Album „Going To Hell“ (03/2014) fast zwei Jahre auf Tournee befanden, haben sie ihr inzwischen drittes Studioalbum „Who You Selling For“ gleich im Anschluss an die Konzertreise im heimischen New York und Hoboken in Angriff genommen. Dabei arbeiteten Taylor Momsen (Gesang, Gitarre), Ben Phillips (Gitarre), Mark Damon (Bass) und Jamie Perkins (Drums) unter Mithilfe diverser Studiomusiker sowie Produzent Kato Khandwala (Cold, Four Year Strong, Papa Roach, Mayday Parade) in Live-Manier an ihren neuen Stücken, die recht ungehobelt und rau aufgenommen wurden.

Das kommt den Songs sehr zugute. Mehr Dreck und Schweiß anstelle von Hollywood-Bonus und Model-Girl-Gehabe. So macht die Rockröhre von Frau Momsen doch gleich viel mehr Sinn. Und weil es so schön ist, legen die Amerikaner auch heuer wieder die Quellen ihrer Inspiration offen. Denn nachdem The Pretty Reckless auf „Going To Hell“ ein bisschen zu tief in die Inspirationskiste gegriffen hatten und aus Songs wie „Still loving you“ (Scorpions) und „Paradise city” (Guns ’N Roses) ein paar Ideen für „House on a hill“ und „Absolution” herausgezogen hatten, sind diesmal zum Beispiel „Sympathy for the devil“ von den Rolling Stones in „Take me down“ sowie „Papa was a rolling stone“ von den Temptations in „Wild city“ an der Reihe.

Doch all das sei The Pretty Reckless vergeben, wenn das Ergebnis wie auf „Who You Selling For“ kraftvoll („Living in the storm“) und authentisch („The devil’s back) klingt und nicht mehr wie das Hobby einer Model-Göre, die ein bisschen Krach machen will.

Anspieltipps:

  • Wild city
  • Oh my god
  • Already dead
  • Take me down
  • Living in the storm
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