Leonard Cohen - You Want It Darker - Cover
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Leonard Cohen You Want It Darker


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das letzte Cohen-Album.

Mit „You Want It Darker“ veröffentlicht Leonard Cohen sein vierzehntes Studioalbum und wie wir aus heutiger Sicht wissen, leider auch sein letztes zu Lebzeiten. Etwa drei Wochen nach Veröffentlichung des Albums verstirbt Cohen in seinem Zuhause in Los Angeles. Wie schon David Bowie im Januar dieses Jahres, scheint auch der Kanadier eine Vorahnung gehabt zu haben.

Der Name des Titelsongs ist Programm. Das Album wird mit düsterem Basslauf, sanfter, schwermütiger Orgel und kirchenchorartigem Backroundgesang eröffent. Im Vordergrund ist Cohens immer dunkler klingende Stimme, die sich im Gespräch mit Gott befindet. „Hineni, hineni, I’m ready my lord“, erklärt dieser und fügt zynisch an „a million candles burning, for the love that never came, you want it darker, we’ll kill the flame“. Mit diesem unvergleichlichen Song ist Cohen ein Klassiker in der Tradition von „First We Take Manhattan“ oder „Lover,Lover,Lover“ gelungen, die auf den letzten beiden Alben „Old Ideas” und „116426.Popular Problems“ etwas fehlten, wenngleich auch diese beide Alben auf hohem Niveau waren.

„Treaty“ fügt sich mit klassischer Songwriterkost perfekt in Cohens Schaffen ein, woraufhin die beiden bluesigen Songs „On The Level“ (eher spärlich und ruhig instrumentiert) und „Leaving The Table“ (dank der Lapsteel deutlich wehmütiger) ertönen. Letzteres scheint mit Zeilen wie „I’m leaving the table, I’m out of the game“ oder „If I ever loved you or no, It’s a crying shame if I ever loved you, If I knew your name“, Cohens Scheidung zu thematisieren. Direkt im Anschluss gibt er im souligen „If I Didn’t Have Your Love“ wieder den Romantiker, „That’s how broken I would be, what my life would seem to me, If I didn’t have your love to make it real“.

Das für Cohen typische, mit Gypsy-Einflüssen versetzte „Traveling Light“ bringt Abwechslung. Anschließend bilden „It Seemed The Better Way“ und „Steer Your Way“ wieder den Kreis zum Titelsong. Sie klingen wieder düsterer und bedrohlicher, bevor eine Reprise das Album beschließt, welches Cohen mit seinem Sohn Adam und Patrick Leonard warm und mit guten Instrumentierungen produziert hat.

Oftmals wird vieles verklärt, wenn ein Album eines kürzlich verstorbenen erscheint, oder der Künstler, wie in diesem oder Bowies Fall, kurz nach Veröffentlichung von uns geht. Wenn dann auch noch fast prophetische Zeilen mit von der Partie sind, sind auch die Lobeshymnen nicht weit. In Bezug auf „You Want It Darker“ sind Lobeshymnen allerdings wirklich angebracht. Ein Cohen-Album mit allem, was man von diesem erwarten kann. Dazu als Bonus noch der Titelsong, der ohne Abstriche neben allen alten Klassikern bestehen kann.

Anspieltipps:

  • You Want It Darker
  • Leaving The Table
  • If I Didn’t Have Your Love
  • It Seemed The Better Way

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