Will Varley - Kingsdown Sundown - Cover
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Will Varley Kingsdown Sundown


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Klasse Songs wechseln sich leider mit viel Durchschnitt ab. Insgesamt ist „Kingsdown Sundown“ aber solide.

Nur ein Jahr nach seinem hochgelobten letzten Album „Postcards From Ursa Minor” veröffentlicht Will Varley mit „Kingsdown Sundown“ eine neue Liedersammlung. Nach Shows mit Labelkollege Frank Turner, den Proclaimers oder Billy Bragg und Auftritten auf den größten Festivals im UK, wie Glastonbury oder Bestival, haben sich wohl viele Ideen angesammelt, die nun auf die Öffentlichkeit losgelassen werden wollen.

Musikalisch hat man „Kingsdown Sundown“ schnell zusammengefasst. Meist gezupfte, zarte Gitarrenklänge und eine Stimme, die leicht angekratzt ist und somit auch niemanden verstören dürfte. Dazu gesellen sich ab und an Ergänzungsinstrumente, um etwas Abwechslung reinzubringen. So weit, so gut. Dass man aber auch hier unterscheiden kann, bemerkt man direkt an den ersten beiden Songs. Der Opener „To Build A Wall“ ist eine immer gleichbleibende, poppige Radionummer im Stile Passengers die Gänsehaut aus den falschen Motiven erzeugt. Das düstere „Something Is Breaking“ ist zwar klar von John Lennons „Working Class Hero“ abgekupfert, aber mit der traurigen Akkordfolge und dem dynamischen Gesang von anderem Kaliber.

„When She Wakes Up“ erinnert mit folkigen Anleihen an Springsteen zu „Nebraska“-Zeiten und wartet mit dynamischem Gitarrenspiel auf. Mit wehmütigen E-Gitarrenklängen und ganz leichtem Percussion bringt „Let Your Guard Down“ gekonnt Abwechslung rein. Das mit Gypsy-Music-Anleihen versetzte „Back To Hell“ erinnert an Leonard Cohen und macht trotz seiner dunklen Stimmung viel Spaß. Im Rausschmeißer „We’ll Keep Making Plans“ wird durch den starken Hall eine sphärische Atmosphäre geschaffen, was genauso wie die gut zusammenspielenden Gitarren überzeugt.

Diesen Songs stehen allerdings solche gegenüber, die mit ohrschmeichelndem Gitarrengezupfe und einem nie störenden, aber auch nie auffallendem Gesang belanglos und eintönig dahinplätschern, wie das platte „We Want Our Planet Back“ oder „Too Late Too Soon“ und „Wild Bird“. Klar diese Songs tun niemandem weh und man kann sie gut im Hintergrund hören, aber wirklich vom Hocker reißen sie den Hörer nicht. So ist „Kingsdown Sundown“ eine zweigeteilte Platte. Klasse Songs wechseln sich mit viel Durchschnitt ab und ergeben ein solides Album. Nicht mehr und nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Something Is Breaking
  • When She Wakes Up
  • Let Your Guard Down
  • Back To Hell

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