Simple Minds - Acoustic - Cover
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Simple Minds Acoustic


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu wenig Hits, zu viel Langeweile.

Viele Bands haben im Laufe ihrer Karriere versucht, ihren Hits in einem akustischen Gewand neuen Glanz zu verleihen. Mal geht das gut aus, wie beispielsweise bei Die Ärzte und ihrem MTV-Unplugged-Album „Rock’n’Roll Realschule“ oder Neil Youngs „Unplugged“. Dass ein solches Vorhaben aber nicht immer glückt, haben auch schon viele Interpreten bewiesen. Nun versuchen sich die Simple Minds im Herbst ihrer Karriere ebenso daran.

In Deutschland eher ein One- oder Two-Hit-Wonder, konnten sich die Schotten in England des Öfteren in den oberen Rängen der Hitparaden platzieren. „Acoustic“ beginnt mit „The American“, das mit Mandolinen aufgewertet wurde, trotzdem aber eher dahinplätschert. Jim Kerrs Stimme erinnert ab und zu an Billy Idol, jedoch ohne dessen Dreck in der Stimme, was das Charisma ausmacht. KT Tunstall gibt sich in „Promised You A Miracle“ die Ehre und wertet den Song zum ersten Highlight auf. Nach dem erneut unscheinbaren „Glittering Prize“ kann „See The Light“ wieder überzeugen. Jedoch bemerkt man spätestens hier, dass es mit dem Begriff Acoustic nicht so genau genommen hat. Viele Effekte auf den Instrumenten und Keyboardsounds widersprechen dem eigentlichen Sinn eines solchen Albums, bei dem man sich auf die Songs verlassen sollte.

Das ist dann auch im weiteren Verlauf das größte Problem: die Songs sind mitunter richtig langweilig. „New Gold Dream“, „Waterfront“ oder „Sanctify Yourself“ tun nicht weh, richtig überzeugen können sie jedoch nicht. Selbst der zweite größere Hit, das pseudo-euphorische „Alive And Kicking“, gerät durch den Pre-Chorus und Kerrs Interpretation der Aussprache in „I Love And Kicking“ geradezu nervtötend. „Don’t You (Forget About Me)“ klingt ohne die massive 80er-Jahre-Produktion dagegen richtig entschlackt. Dass mit „Belfast Child“ der beste Song der Karriere auf „Acoustic“ hingegen komplett fehlt, scheint unentschuldbar.

Die Idee den 80er-Jahre-Pomp wegzulassen und die Songs ursprünglich und akustisch zu vertonen, mag eine gute gewesen sein, jedoch können die Simple Minds Effektspielerei und Keyboards nicht ganz außen vorlassen und schummeln sich so durch das Album. Auch wird deutlich, dass die Band doch nicht so viele Hits hatte und einige Songs langweiligen Songwriting-Strukturen folgen. Für Fans unverzichtbar, für den gelegentlichen Hörer reicht auch eine Best-of.

Anspieltipps:

  • I Promised You A Miracle
  • See The Light
  • Don’t You (Forget About Me)
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