David Bowie - Legacy - Cover
Große Ansicht

David Bowie Legacy


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 150 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Großartige Musik wird zum wiederholten Mal in die Form einer Compilation hineingedrückt, um schnelles Geld zu machen.

Schaut man sich Mitte November dieses Jahres die Liste der in den vergangenen elf Monaten verstorbenen Prominenten aus Show, Sport, Musik, Film, Fernsehen und Politik an, kann einem angst und bange werden. Gefühlt mussten wir noch nie in so kurzer Zeit von so vielen Menschen Abschied nehmen, die wir aus den Medien kennen, schätzen und lieben gelernt haben. Das liegt natürlich auch am zunehmenden Lebensalter und der kompletten Vernetzung des Menschen, zum Beispiel durch das Internet und den fast uneingeschränkten Zugriff auf mediale Angebote. Dadurch „kennen“ wir heutzutage viel mehr Menschen, als es früher der Fall war. Und trotzdem. 2016 kommt einem Schlag in die Magengrube gleich, wie diese bei weitem nicht vollständige (und nicht chronologisch sortierte) Liste der Verstorbenen zeigt:

Leonard Cohen, Roger Cicero, Götz George, Bud Spencer, Muhammad Ali, Robert Vaughn, Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle, Manfred Krug, Tamme Hanken, Schimon Peres, Gene Wilder, Walter Scheel, Miriam Pielhau, Jana Thiel, Rudi Altig, Sascha Lewandowski, Peter Behrens, Margot Honecker, Uwe Friedrichsen, Wolfgang „Wölli“ Rohde, Prince, Hendrikje Fitz, Merle Haggard, Johann Cruyff, Lothar Späth, Keith Emmerson, George Martin, Nancy Reagan, Glenn Frey, Hannes Löhr, George Kennedy, Black, Paul Kantner, Maja Maranow, Achim Mentzel, Guy Hamilton, Wolfgang Rademann, Maurice White, Roger Willemsen, Umberto Eco, Peter Lustig und David Bowie.

David Bowie starb am 10. Januar 2016, zwei Tage nach der Veröffentlichung seines bis dato letzten Studioalbums „Blackstar“. Ein herber Verlust für die gesamte Musikszene. Denn nur wenige Musiker waren so inspirierend für Kollegen und für das Publikum so spannend zu beobachten und zu begleiten wie der gebürtige Londoner. Mit Bowies Tod wurde wie zu erwarten eine Welle von Veröffentlichungen losgetreten, die sich vermehrt auf Vinyl-Re-Releases konzentriert. Ein sinnloses „Kasse machen“ ist bis jetzt jedenfalls ausgeblieben, wobei uns in den nächsten Jahren sicher noch die eine oder andere unsinnige CD-Veröffentlichung begegnen wird.

Das Compilation-Werk „Legacy“ kommt sehr stark in die Nähe dieser wohl nur auf Kommerz bedachten Veröffentlichungen. Denn wer braucht allen Ernstes eine weitere Bowie-Song-Sammlung, nachdem erst vor zwei Jahren das äußerst umfassende Box-Set „Nothing Has Changed“ (11/2014) auf drei CDs auf den Markt kam, das mit „Legacy“ weitgehend deckungsgleich ist. Will heißen: Die hinlänglich bekannte Bowie-Historie wurde für „Legacy“ um ein paar „Blackstar“-Auszüge erweitert und mit „Life on Mars?“ um einen neuen Mix des 1971er Originals erweitert. Das war‘s. Ende und Aus.

Fazit: Großartige Musik wird zum wiederholten Mal in die Form einer Compilation hineingedrückt, um schnelles Geld zu machen. Im Vergleich zu „Nothing Has Changed“ verdichtet „Legacy“ das Ganze sogar noch und konzentriert sich im Prinzip nur auf die großen Hits, die im Fall von David Bowie extrem zahlreich sind und produktunabhängig betrachtet die volle Punktzahl verdienen. Da dies aber nur die halbe Wahrheit ist, bekommt „Legacy“ in der B-Note einige Abzüge, um den Sinn dieser Doppel-CD etwas zu relativieren.

Anspieltipps:

  • Heroes
  • Starman
  • China girl
  • Modern love
  • Ashes to ashes
  • Where are we now?
  • All the young dudes
  • Absolutes beginners
  • This is not America
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „David Bowie“
comments powered by Disqus