Joyce Muniz - Made In Vienna  - Cover
Große Ansicht

Joyce Muniz Made In Vienna


  • Label: Exploited Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Poppiger, treibender House für alle.

Wer DJs aus Österreich googelt, stößt in der Ergebnisliste, die sich ihrerseits aus kuratierten Listen zusammensetzt, auf nur wenige Frauen. Mindestens eine Vertreterin sollte dabei mittlerweile nicht mehr übersehen werden: Joyce Muniz, die seit einigen Jahren über das Berliner Label Exploited poppigen aber durchaus kernigen House veröffentlicht.

„Made In Vienna“ ist das erste Album der Produzentin in knapp zehn Jahren Aktivität. Tatsächlich haben es aus der Zeit, die Muniz‘ Ausbruch aus Wien und den Beginn ihrer Pflichten bei Exploited markiert, auch zwei alte Tracks aufs Album geschafft. „Drop In Pressure“ und „Back In The Days“ sind beide zuvor ohne Albumkontext als Singles bei den Londonern von 20:20 Vision und eben bei Exploited erschienen. Dennoch fügen sich beide nahtlos in ein Album, das von wummernden Bässen und Vocalfeatures dominiert wird.

Muniz hat in ihrer Karriere neben der Leidenschaft für Deep House viel Liebe für Mitsing-Stimmung bewiesen. Überrascht sollte entsprechend niemand über das poppige Gesamtpaket sein. So kommt auf ihrem Debütalbum auch nur „Simple Poetry“ als einziger Track ohne Vocals aus. In den restlichen Stücken taugt der Gesang zum routinierten Stimmungsmacher auf der Tanzfläche, ist Ergänzung treibender 4/4-Takte und mitsummbarer Melodien.

Was „Made In Vienna“ leider doch fehlt, ist die Kante. Die Track wirken oft zu glatt, die Lyrics beliebig. Selbst der diskutierbar härteste Track „Hide“ wirkt wie der Remix eines Songs der Crash Test Dummies. Pop ist toll, darf aber Haltung beweisen. Klar, manchmal geht es schlicht um Harmonie und Zugehörigkeitsgefühl, das klappt auf diesem Debüt auch ganz gut. Doch Tanzflächen werden zunehmend auch als politische Plätze wahrgenommen, was sie schon immer waren. Joyce Muniz wäscht den Aspekt leider aus.

Anspieltipps:

  • Cover Me Up
  • Wake Beside You
  • Gotta Love It

Neue Kritiken im Genre „Dance“
7/10

Raw Movements/Rude Movements
  • 2016    
Diskutiere über „Joyce Muniz“
comments powered by Disqus