Kelly Lee Owens - Oleic EP - Cover
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Kelly Lee Owens Oleic EP


  • Label: Smalltown Supersound/Rough Trade
  • Laufzeit: 19 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Von Dream-Pop zu verträumtem Techno. KLO schwebt zurück auf die Tanzflächen.

Zuerst im Plattenladen, dann im Studio. Zweimal arbeitete Kelly Lee Owens mit Daniel Avery zusammen, bevor sie selbst zur Musikproduktion fand. „Lucid“, ihre erste Single, wies mit ihren sanften Drums und nebelhaften Vocals allerdings nur im Ansatz auf ihre vorige Kooperation hin. Sowohl diese als auch alle weiteren Veröffentlichungen - ausschließlich Singles - hatten ein Standbein fest in elektronischen Sphären. Dennoch hätte man meinen können, dass verträumter Pop es Owens mehr angetan.

„Oleic“ räumt mit dieser Meinung auf. Die vier Tracks der EP sind ähnlich verträumt wie Owens Werke davor, doch ihre Stimme schwimmt diesmal nicht in wolkigen Synthie-Sphären, sondern in brodelnden Beatteppichen, die Assoziationen an Gedränge, Schweiß und dunkle Räume wecken. „CBM“ macht Tempo wie Rotorblättern eines Hubschraubers, dazu schachernde Snares und Owens kühle Stimme, wie man sie bereits von „Drone Logic“ kennt. Das nächste Mal hören wir sie in „Elliptic“ auf Bitcrush-Effekten und wabernden Bässen.

Dazwischen treiben Synthesizer-Gewummer und sphärische Geigentöne den Titeltrack an. Zum 4/4-Beat ertönen sanftes Geklimper und Xylophon-Klänge. Ein kurzer Trip über die Wolken, wie der Titeltrack (rückwärts Spanisch für Himmel) vorweg verspricht. So fühlt sich „Oleic“ tatsächlich auch ein wenig nach fliegen an. Eine richtige Aufforderung zum Fliegen folgt aber erst in „Kingsize“. Der Rework des Jenny-Hval-Tracks ist zwar durchaus minimalistisch, ruft aber wie das Original dazu auf, groß zu denken.

So dürfte das auch Kelly Lee Owens selbst verstanden haben. „Oleic“ klingt ambitioniert und gleichzeitig kein Stück abgehoben. Die Vielseitigkeit, die Owens mit ihrer Arbeit davor bewiesen hatte, scheint auf der EP zwar nicht durch, im Überblick ihres Schaffens ist es allerdings ein Schritt, den sie selbstständig noch nicht gewagt hat. Eine gelungene Debüt-EP.

Anspieltipps:

  • CBM
  • Kingsize
  • Elliptic

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