The Rolling Stones - Blue & Lonesome - Cover
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The Rolling Stones Blue & Lonesome


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, es gibt keine neu komponierten Songs der Rolling Stones. Dafür ein Dutzend Blues-Coverversionen. Entscheiden Sie selbst, ob Sie so ein Album wirklich brauchen.

Jetzt haben sie es also doch noch einmal getan! Die Rock-Opas von den Rolling Stones haben ein neues Studioalbum eingespielt. Eigentlich eine Sensation, die von der Plattenfirma auch gerne so verkauft werden würde, am Ende aber gar keine ist. Denn elf Jahre nach „A Bigger Bang“ (09/2005) trafen sich die Rolling Stones zwar zusammen mit Produzent Don Was (Bob Dylan, Randy Newman, Iggy Pop, Brian Wilson, Elton John) in einem Studio in London, um Songs für einen neuen Studio-Longplayer aufzunehmen, doch während des Warmspielens fuhr der Zug plötzlich in eine ganz andere Richtung ab. In nur drei Tagen wurden ein Dutzend Blues-Coverversionen auf Band gebracht, die nun das „Blue & Lonesome“-Album ausmachen.

Blues-Coverversionen? Eigentlich braucht so etwas niemand. Außerdem ist dafür schon Eric Clapton zuständig. Damit riecht „Blue & Lonesome“ auf den ersten Blick wie ein weiteres seelenloses Produkt aus der endlosen Vermarktungsmaschine der Stones, das geschickt kurz vor Weihnachten veröffentlicht wird und den Fans einfach nur das Geld aus der Tasche ziehen soll. Kohle, Kohle und noch mehr Kohle scheinen die vier Herren jedenfalls immer gut gebrauchen zu können. Schließlich ist Vorturner Mick Jagger mit 73 Jahren gerade erst zum achten Mal Vater geworden. Dieser Pimmelberger weiß wenigstens noch, wie man amtlich eskaliert.

Blues-Coverversionen? Damit gehen die Rolling Stones natürlich ein Stück weit zu ihren Wurzeln zurück, bestanden ihre ersten Alben doch überwiegend aus Coverversionen. Nun zollen die Briten ihren Jugend-Ikonen also erneut Tribut, indem sie für „Blue & Lonesome“ Songs von (u.a.) Jimmy Reed, Willie Dixon, Eddie Taylor, Little Walter und Howlin’ Wolf frisch eingetütet haben. Als sensationell ist dies – wie schon erwähnt – mehr als 50 Jahre nach ihrem Debüt sicher nicht zu bewerten. Dabei ist die Vorstellung eines rau klingenden Quasi-Live-Albums mit alten Blues-Tracks gar nicht so übel.

In der Realität haben wir es allerdings mit einem mäßig klingenden, aber musikalisch einigermaßen erfrischenden Blues-Album zu tun, das am Ende keine Bäume ausreißen kann. Die Rolling Stones mögen handwerklich wahrlich keine Götter sein, das Gefühl für Zusammenspiel und den entsprechenden Spirit besitzen sie dennoch. Was Mick Jagger zum Beispiel an der Mundharmonika abliefert, ist große Klasse. Allerdings muss der Hinweis erlaubt sein, dass dieses Werk mit seinen wenig einprägsamen Songs, ohne das große Stones-Etikett und ohne die markante Zunge auf dem Cover kaum jemanden interessieren dürfte.

Anspieltipps:

  • Little rain
  • Just your fool
  • Ride ‘em on down
  • I can’t quit you baby
  • Everybody knows about my good thing
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