Jean-Michel Jarre - Oxygene 3 - Cover
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Jean-Michel Jarre Oxygene 3


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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„Oxygene 3“ ist ein eigenständiges Werk, das auch losgelöst von seinen berühmten Vorfahren existieren kann.

Die vergangenen 14 Monate standen ganz im Zeichen der beiden Projektwerke „Electronica 1: The Time Machine“ (10/2015) und „Electronica 2: The Heart Of Noise“ (05/2016), an denen der Franzose Jean-Michel Jarre (68) seit 2012 gearbeitet hatte und die mit dem Ziel an den Start gingen, die Welt der elektronischen Musik aufzuarbeiten und zusammen mit mehr als zwei Dutzend prominenter Musikerkollegen zu präsentieren. Das öffentliche Interesse an den beiden Songsammlungen war so immens, dass Jarre erstmalig seit sechs Jahren wieder auf Tour ging und sein Comeback damit abrundete.

Doch der visionäre Electro-Pop-Pionier hatte auch danach noch nicht genug. Der Plan lautete, dem Werk, mit dem er vor 40 Jahren seinen großen Durchbruch feierte, einen offiziellen abschließenden dritten Teil zu spendieren, nachdem es schon 1997 eine Fortsetzung gegeben hatte. Das kommt uns irgendwie bekannt vor. Denn was für Mike Oldfield das „Tubular Bells“-Album ist, stellt für Jean-Michel Jarre das „Oxygene“-Werk dar: Felsen in den Geschichtsbüchern der Popmusik und natürlich in den eigenen Discografien, auf die sich die Hörer im Zweifel am ehesten einigen können.

Auch wenn Kunst und Kommerz nicht in einen Topf gehören: Ein neues Jarre-Album noch in diesem Jahr, wenige Wochen vor Weihnachten herausgebracht, dürfte unter dem legendären „Oxygene“-Banner gewiss noch bessere Verkaufszahlen erzielen, auch wenn ein Singlehit wie „Oxygene (part 4)“ fehlt. Die geschickt eingebrachten Selbstzitate gleichen dieses Manko wieder aus. Nichtsdestotrotz ist „Oxygene 3“ ein eigenständiges Werk, das auch losgelöst von seinen berühmten Vorfahren existieren kann.

Dazu hat Jean-Michel Jarre sieben seiner typischen Klangteppiche ausgelegt, die in der Summe eher ruhig und entspannt aus den Boxen wabern. Dabei vereint der 68-Jährige speziell im Mittelteil poppigen Ambient- und Dreamhouse-Stoff im Stil der 90er Jahre (Robert Miles, anybody?) mit seiner gewohnt melancholischen Art sowie dezenten Melodien, aus denen auch der dritte „Oxygene“-Teil eine Atmosphäre bezieht, die wie ein kleiner Trip wirkt und das Prädikat „zeitlos“ verdienthat.

Anspieltipps:

  • Oxygene (part 14)
  • Oxygene (part 17)
  • Oxygene (part 19)
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