Martha Wainwright - Goodnight City - Cover
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Martha Wainwright Goodnight City


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu gezwungen, um künstlerisch zu wirken. Die Experimente mit der Stimme machen „Goodnight City“ stellenweise unhörbar.

Martha Wainwright, die jüngere Schwester von Rufus, bringt ihr mittlerweile fünftes reguläres Studioalbum heraus, nur ein Jahr nach der Kollabo mit ihrer Halbschwester Lucy Wainwright Roche als The Wainwright Sisters. Viele Gastsongwriter hat Wainwright um sich geschart, unter anderem den Autor Merrill Garbus oder den irischen Ausnahmesongwriter Glen Hansard. Dass eine solche Riege an Songschreibern und eine künstlerische Familie nicht ausreichen, um ein wirklich gutes und überzeugendes Album zu kreieren, zeigt „Goodnight City“ leider allzu deutlich.

Die 40-jährige Kanadierin kann singen, aber direkt im Opener „Around The Bend“ erschreckt ihre Stimme doch sehr. Ihre hohe Stimme wird am Ende jedes Verses immer tiefer und die Worte werden künstlich in die Länge gezogen, sodass sich der Eindruck einer Persiflage einschleicht. Eine solche ist es aber nicht und es soll wohl besonders künstlerisch und außergewöhnlich wirken, wie Wainwright ihre Stimme und somit auch die Ohren ihrer Hörer, unter anderem auch am Anfang der folgenden „Franci“ und „Before The Children Came Along“ malträtiert. Schade, denn gute Ansätze sind durchaus vorhanden. Die Bridge in „Franci“ erinnert stark an Fleetwood Mac und auch ihre Stimme kann man als Mix zwischen Stevie Nicks und Cyndi Lauper einordnen.

Nach dem etwas seichten, aber gesanglich viel erträglicheren „Traveller“, sind es gerade die düsteren und mit getriebenem Rhythmus versehenen „Look Into My Eyes“ und „Window“, die überraschen und überzeugen. Nur vom Klavier begleitet kommen „Piano Music“, respektive „One Of Us“, daher, „Alexandria“ ist musikalisch interessanter, bewegt sich gesanglich allerdings wieder hart an der Grenze. Der Rest des Albums bewegt sich in ähnlichen Gefilden - bis auf „So Down“, das rockiger und mit wirklich gutem Gesang daherkommt.

Wem diese Art Gesang gefällt, der wird mit dem „Goodnight City“ keine großen Probleme haben. Wenn Martha Wainwright in ihrer normalen Stimmlage bleiben und nicht sehr gezwungen versuchen würde, übertriebene pseudokünstlerische Klänge aus ihrer Stimme herauszuholen, wäre mehr drin gewesen. Denn gute, abwechslungsreiche und interessante Ansätze sind durchaus vorhanden.

Anspieltipps:

  • Look Into My Eyes
  • Window
  • One Of Us

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