Dropkick Murphys - 11 Short Stories Of Pain & Glory - Cover
Große Ansicht

Dropkick Murphys 11 Short Stories Of Pain & Glory


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Handzahm und ohne Biss. Mit einer EP wären die Folk-Punker eindeutig besser gefahren.

Drei Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten Albums „Signed And Sealed In Blood” vergangen, mit etwas Verspätung gibt es zum 20-jährigen Jubiläum mit „11Short Stories Of Pain And Glory” eine neue Platte der Folkpunker aus Boston. Erstmals in ihrer Karriere verlassen die Dropkick Murphys ihre Heimatstadt und nehmen die neuen Songs mit Produzent Ted Hutt (u.a. Gaslight Anthem, Flogging Molly) im warmen, staubigen El Paso, Texas auf. Südstaatenrock oder Blues wird allerdings nicht geboten, Punkrock mit keltischen und folkigen Einflüssen steht weiter auf dem Programm.

Mit „The Lonesome Boatman“ wird sich in das neunte Studioalbum eingegröhlt, eher ein Intro, denn ein richtiger Song. Mit „Rebel With A Cause“ geht es weiter wie man es von den Dropkick Murphys gewohnt ist. Eine fröhliche, klassische Punkrocknummer mit dem geteilten Leadgesang von Al Barr und Ken Casey, die aber ausgesprochen handzahm daherkommt. Ebenso „Blood“, welches mit Dudelsack und Melodieführung keltische Einflüsse zulässt. „Sandlot“ ist ein einfacher, eingängiger und vorhersehbarer Song im Fahrwasser von Gaslight Anthem, dem genauso der Biss zu scheinen fehlt, aber Dank der Leadgitarre kein Ausfall wird.

Dass es die Amerikaner besser können zeigen sie mit „First Class Loser“. Der Song versprüht mit Tin Whistle, Mandoline und Akkordeon irisches Flair und auch der augenzwinkernde Text macht Laune. „I Had A Hat“ ist dann endlich etwas schneller und wird in den Playlisten der Irish Pubs eine gute Figur machen. Stark gerät die Folkballade „4-15-13“ mit wehmütigen Klängen von der grünen Insel, wohingegen das abschließende „Until The Next Time“ latent an Madness erinnert.

Leider haben sich dazwischen noch einige richtige Langweiler versteckt. „Kicked To The Curb“ wirkt gelangweilt und unausgegoren, die Coverversion der Stadionhymne „You’ll Never Walk Alone“ einfach nur unnötig und lustlos. „Paying My Way“ schießt den Vogel jedoch völlig ab. Der „We Will Rock You“-Beat will die Mitklatschfraktion des Musikantenstadels angesprechen und ist völlig fehl am Platz. Schade, denn die Hook ist eigentlich gar nicht schlecht.

Drei richtig gute Songs reichen leider nicht, um ein gutes Album zu machen. Unausgereift, nicht konsequent auskomponiert, gelangweilt und handzahm. Vielen Songs fehlt einfach der Biss, den die Dropkick Murphys ausmachen. Dass sich dazu noch drei Totalausfälle gesellen tut das Übrige. Eine EP hätte dieses Jahr als Appetizer zur bald startenden Tour leider genügt.

Anspieltipps:

  • First Class Loser
  • I Had A Hat
  • 4-15-13

Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
7.5/10

First Ditch Effort
  • 2016    
6/10

Everything Ever
  • 2016    
Diskutiere über „Dropkick Murphys“
comments powered by Disqus