Alexa Feser - Zwischen Den Sekunden - Cover
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Alexa Feser Zwischen Den Sekunden


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gut gemeinter Deutsch-Pop, der am Ende an einer merkwürdigen Sterilität krankt.

Die gebürtige Wiesbadenerin Alexa Feser (37) begann ihre Solokarriere ursprünglich im Jahr 2008 unter dem Namen Alexa Phazer, nachdem sie zuvor lange Jahre als Backgroundsängerin für Acts wie die No Angels, Juliette Schoppmann oder auch Joana Zimmer gearbeitet hatte. Als Alexa Phazer brachte die Sängerin das Album „Ich gegen mich“ (08/2008) auf den Markt, das allerdings keine hohen Wellen schlagen konnte. Die Konsequenz: Seit nunmehr fünf Jahren ist die 37-Jährige unter ihrem bürgerlichen Namen unterwegs und brachte im September 2014 mit „Gold von morgen“ einen ersten Achtungserfolg bis auf Platz 19 der deutschen Album-Charts.

Nun folgt mit „Zwischen den Sekunden“ der dritte Soloanlauf der Wahl-Berlinerin. Und dass sie es damit ernst meint, zeigen bereits die Entscheidungen, sieben der 13 Songs mit den Streichern des Filmorchesters Babelsberg zu veredeln und die Produktion in die Hände des vierköpfigen Produzententeams Beatgees (Yvonne Catterfeld, Namika, Lena, Flo Mega, Culcha Candela) zu legen. Des Weiteren wurde der Rapper Curse (38) mit ins Boot geholt, der wohl für ein wenig Street Credibility sorgen soll, ohne dass der Name Alexa Feser in ein falsches Licht gerät. Schließlich gilt der Mindener nicht als Gangster, sondern als Dichter und Denker und den Deutsch-Rappern.

Als wäre es Alexa Feser nicht ganz geheuer mit der aufwendigen Produktion, erscheint „Zwischen den Sekunden“ ergänzt um fünf Akustikversionen der zentralen Stücke „Wunderfinder“, „Linie 7“, „Paradies im Kopf“, „Mensch unter Menschen“ und „Herz aus zweiter Hand“, in denen Alexa Feser lediglich von einem Piano begleitet singt und ihrer Stimme damit noch mehr Raum gibt. Grundsätzlich eine nette Idee, die aber auch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass das „Zwischen den Sekunden“-Album an einer merkwürdigen Sterilität krankt.

Alexa Feser singt über persönliche Themen („Inventur“, „Herz aus zweiter Hand“) und liefert dazu die eine oder andere hübsche Melodie ab („Wunderfinder“, „Mensch unter Menschen“) und schafft es dennoch nicht, den Hörer mit ihrer Musik zu berühren. Aus kaum erklärbaren Gründen, findet sie nicht die Worte, die ihren Songs Tiefe verleihen. Sie kratzt auf Dauer nur an der Oberfläche und reimt dabei Zielen wie „Straßenkind bleibt Straßenkind, auch wenn da keine Straßen sind. Auch wenn man dir die Straßen nimmt, Straßenkind bleibt Straßenkind“ aus „Straßenkind“ oder auch „Du bist ein Mensch unter Menschen. Du hast vor Freude geweint, gegen die Trauer gelacht. Du hast das Glück deiner Freunde zu deinem gemacht. Du hast das Tempo bestimmt, nie auf die Uhr geschaut“ – aus „Mensch unter Menschen“.

Unter die Haut gehen solche Weisheiten nicht. Und auch musikalisch ist der Reigen zu bald in einer Sackgasse aus dahinplätschernden Arrangements angekommen, denen das gewisse Etwas und vor allem der Esprit fehlen. Einzig eine gute Stimme kann „Zwischen den Sekunden“ auch nicht retten, das mit einer durchschnittlichen Bewertung noch gut davonkommt.

Anspieltipps:

  • Leben
  • Linie 7
  • Wunderfinder
  • Rückwärtstag
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