Mallory Knox - Wired - Cover
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Mallory Knox Wired


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn es nach den Plänen der Plattenfirma geht, sind Mallory Knox das nächste große Rock-Ding. Allerdings: Wir sind hier nicht bei „Wünsch dir was“!

Die im Jahr 2009 im englischen Cambridge gegründete Band Mallory Knox (benannt nach der männlichen Hauptfigur aus dem 1994er Oliver-Stone-Film „Natural Born Killers”) erregte bereits mit ihrem Independent-Longplay-Debüt „Signals“ (01/2013) die Aufmerksamkeit aller großen Labels, da das Album durchgehend starke Kritiken erhielt, einen mehr als respektablen 33 Platz in den UK-Charts einfahren konnte und fünf Singleauskopplungen abwarf. Das Rennen um die Herren Mikey Chapman (Gesang), Sam Douglas (Bass), James Gillett (Gitarre), Dave Rawling (Drums) und Joe Savins (Gitarre) gewann schließlich der Major Epic Records (Sony Music), der im Oktober 2014 mit „Asymmetry“ das Zweitwerk von Mallory Knox in die Läden und bis auf Platz 16 der UK-Charts brachte.

Geht es so weiter, dann knacken die Briten mit ihrem Drittwerk „Wired“ erstmalig die Top 10. Dann dürfte das normale Leben für das Quintett mit bürgerlichen Vollzeitjobs und geregelten Tagesabläufen endgültig vorbei sein. Damit dies so kommt, wurde das neue Album zusammen mit Produzent Dan Austin (AFI, Biffy Clyro, Queens Of The Stone Age, Massive Attack, Pixies) in den opulenten Vada Studios in englischen Cookhill eingespielt, wo auch schon Ocean Colour Scene, Killing Joke, The Enemy, Boy Kill Boy und The Noisettes Alben aufgenommen haben.

Inhaltlich geht es in den elf Songs durchaus zeitgemäß um Hedonismus-Überdrüssigkeit, Medikation, Depressionen, religiöse Wahnvorstellungen und die dunkle Seite der Social-Media-Kanäle. Musikalisch verpacken Mallory Knox ihre Themen in einen druckvollen Alternative-Pop-Rock-Sound, der irgendwo zwischen Biffy Clyro, Bush und Blink-182 angesiedelt ist. Dieser geht sofort ins Ohr („California“), schämt sich nicht ob seiner gut ausgeprägten Cheesiness („For you“) und ist ansteckend fröhlich („Midnight“).

Klingt gut. Ja. Für den Moment. Doch über die Strecke eines kompletten Longplayers kann „Wired“ nicht genügend Argumente liefern, die zum Erwerb ausgerechnet dieses Albums verleiten. Denn dazu ist die extra-fett produzierte Wall of Sound auf Dauer einfach zu nervtötend, während die Songideen lediglich bekannte Vorbilder zitieren und nichts Eigenes zum Gelingen beitragen können. So bleibt „Wired“ im sumpfigen Morast des Durchschnitts kleben und enttäuscht gemessen an der extremen Erwartungshaltung auf ganzer Linie.

Anspieltipps:

  • Mother
  • California
  • Falling in love
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