Söhne Hamburgs - Moin, Moin, Moin. - Cover
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Söhne Hamburgs Moin, Moin, Moin.


  • Label: Fortunator/EDEL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Leben ist ganz einfach, wenn man weiß: Kole Feut un' Nordenwind gift en krusen Büdel un 'n lütten Pint.

Die Söhne Mannheims bekommen Konkurrenz! Und zwar von der Waterkant. Von dort stammen die Söhne Hamburgs. Namentlich: Joja Wendt (52), Stefan Gwildis (58) und Rolf Claussen (51). Rolf wer? Während die Namen Gwildis und Wendt als Soulsänger bzw. Jazzpianist in der überregionalen Musikszene durchaus ein Begriff sind, ist der dritte Mann im Bunde der Söhne Hamburgs für viele ein unbeschriebenes Blatt. Bezogen auf die Hamburger Theater- und Musikszene sieht das allerdings anders aus.

Dort ist Claussen, der mit Stefan Gwildis gemeinsam zur Schule ging und das Duo Aprillfrisch gründete, als Schauspieler am Schmidt-Theater sowie als Ensemble-Mitglied von „Hidden Shakespeare“ bekannt. Und das, was man eben sonst noch so alles macht, um als Künstler überleben zu können. Die Idee, nun alle drei Best-Ager für eine gemeinsame Band zusammenzubringen, stammt von Stefan Gwildis. Denn nachdem sich die Jungs schon Ende der 70er Jahren mehrfach musikalisch über den Weg liefen, war es jetzt endlich an der Zeit, die Talente in einen Topf zu werfen, um gemeinsam durch alle möglichen Genres zu wildern.

Nachzuhören auf „Moin, Moin, Moin.“, dem Debütalbum der Söhne Hamburgs, auf dem diese ihre musikalischen Wurzeln – Soul, Blues, Jazz, Rock’n‘Roll und Salsa (!) – virtuos zusammenwürfeln, nachdem ein gewisser Otto Waalkes als Geburtshelfer den Namen für das Trio in den Raum warf. Das ist nun schon ein paar Jahre her. Doch das Warten auf ein Album hat sich gelohnt. Denn die drei Fuffziger brennen sowohl auf musikalischer, als auch auf lyrischer Seite ein Feuerwerk ab.

Titel wie „Kira Petersen“ (Sie wissen schon, die Frau aus List mit der blutverschmierten Gummischürze…) oder auch „Ist der Ruf erst ruiniert“ animieren dazu, das Tanzbein zu schwingen, während „Nichts zu verlieren“ auf symphonischen Grundlagen mit der Sehnsucht nach Wind, Wetter, Strand, Dünen und dem Meer spielt, ohne Klischees zu bedienen. Und überhaupt: Das dezente norddeutsche Kolorit der Songs ist neben der musikalischen Vielfalt und den abwechselnden, sehr sympathischen Lead-Vocals ein entscheidendes Wesensmerkmal im Vergleich zu ähnlichen Produktionen. Deshalb wäre es schön, wenn sich die Söhne Hamburgs etablieren und das Publikum mit weiteren Platten versorgen würden.

Anspieltipps:

  • Kole Feut
  • Moin, Moin, Moin
  • Nichts zu verlieren
  • Schlag mich, Baby!
  • Wer weiß denn schon was morgen kommt
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