Dutch Uncles - Big Balloon - Cover
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Dutch Uncles Big Balloon


  • Label: Memphis Industries/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
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Kreativ und inspiriert? Auf jeden Fall. Überambitioniert und verkopft? Leider auch.


Regelmäßig und pünktlich in Zweijahrestaktung erscheint ein neues Album der Art-Popper Dutch Uncles aus Manchester. So erscheint dieses Jahr fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem von der Kritik weitestgehend gelobten „O Shudder“das fünfte Album „Big Balloon“. Aufgenommen und produziert in den Granada TV-Studios in Manchester, in denen schon prestigeträchtige Kapellen wie die Sex Pistols ihr Fernsehdebüt gaben. Mit intensiven Dreiakkorderiffs hat die Musik der Dutch Uncles jedoch herzlich wenig zu tun.

Dies beweist direkt der eröffnende Titeltrack. Eine rockige Variante des Artpop mit treibendem Rhythmusgerüst aus Bass und Schlagzeug, worauf Gitarrist Pete Broadhead obskure Akkordfolgen legt und auch mal verzerrt und solistisch agieren darf. Einem ähnlichen Schema folgt auch „Baskin‘“, welches als vertrackte Version von Bloc Party durchgeht, aber wesentlich direkter erscheint als der Opener. „Combo Box“ ertönt dann als Mischung aus Bowies „Low“-Zeiten und den Talking Heads. Kein offensichtlicher Ohrenschmaus, trotzdem setzt sich der Song im Gehörgang fest.

Spätestens bei „Achameleon“ wirkt die Musik der Dutch Uncles allerdings alles andere als natürlich. Überkonstruiert und möglichst abseits gängiger Konventionen überspannen sie den Bogen etwas. „Hiccup“ vermischt solche Ansätze dann mit poppigen Elementen was deutlich besser rüberkommt. Mit der tanzbaren Indiedisconummer „Streetlight“ zeigen die Herren dann, dass sie es auch eingängig können. Sozusagen die Hitsingle des Albums. Etwas Prince kommt im groovigen „Oh Yeah“ zum Vorschein, allerdings erscheint hier die Stimme Duncan Wallis‘ doch etwas zu dünn für solche Songs. „Sink“ wird nochmal als Angriff auf die Tanzflächen wahrgenommen. Mit wummernden Beats und Bass sollte dies auch durchaus möglich sein. „Overton“ wirkt dann leider wieder etwas überambitioniert.

„Big Balloon“ ist ein Album, das nicht leicht zu genießen ist. Trotzdem lassen sich hinter unsteten Rhythmen und verkopften Akkordfolgen immer wieder poppige Melodien finden. Handwerklich und in kreativer Hinsicht sind die Dutch Uncles auf jeden Fall stark. Allerdings wirkt vieles zu überambitioniert und verkopft, um einen angenehmen Hörgenuss und Hörfluss entstehen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Baskin’
  • Combo Bix
  • Streetlight

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