Grave Digger - Healed By Metal - Cover
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Grave Digger Healed By Metal


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur „gute“ Songtitel reichen nicht für eine tolle Platte. Zu viele Klischees und aufgewärmte Ideen.

Mehr als 30 Jahre sind seit dem Debüt „Heavy Metal Breakdown“ mittlerweile vergangen, unzählige Alben und Besetzungswechsel inklusive. Im Jahr 2017 präsentieren Grave Digger ihr neues Album „Healed By Metal“ - das erste seit dem 2014er Output „The Return Of The Reaper“. Seit Jahren eine verlässliche Quelle deutschen Power-Metals, liest sich die Tracklist des neuen Albums auch wie eine Best of Power Metal-Compilation.

So beginnt das Album mit dem Titelsong auch recht klischeehaft. Klassische Metal-Ingredenzien wie Double-Bass oder Pinched Harmonics, ein Riff, welches auch Gotthard schon verbraten haben, und Zeilen wie „We are healed by metal, we rock“ zeugen leider nicht von übermäßiger Kreativität. „Lawbreaker“ beginnt dann mit Motorradgeräuschen, auch etwas ganz Neues, kann dann aber doch überzeugen. Zwar ist nicht nur der Titel an einen der größten Klassiker von Judas Priest angelehnt, die Riffs wiederum erinnern stark an „Painkiller“, aber ein cooles Solo von Axel Ritt und der Umstand, dass der Song nicht künstlich in die Länge gezogen wird, geben Pluspunkte.

„Free Forever“ bedient sich an Saxons „Dallas 1 P.M.“ und beginnt vielversprechend, woraufhin der Refrain allerdings mehr von Santiano oder höchstens noch Lordi hat. „Call For War“ mit Maiden-Bridge und Manowar-Gedächtnistext („fight till your last breath, we call for war“) und „Ten Commandments Of Metal“ mit rock’n’rolligem Refrain bringen neues Aspekte, sind aber direkt nach dem Hören wieder vergessen. Von „The Hangman’s Eye“ bleibt nur der Break am Ende des Refrains als nervtötender Ohrwurm hängen, genau wie „Hallelujah“. Lyrics: „Hallelujah, hallelujah, for your sins you will be crucified, hallelujah, hallelujah, all my life I praise the day you will die, hallelujah, hallelujah“.

Dann zum Abschluss hauen die Männer um Chris Boltendahl aber doch nochmal einen raus. „Laughing With The Dead“ beginnt mit schleppendem, überzeugendem Riff, die Strophe erklingt wie eine Mischung aus Manowar und Sabbath mit einem Riff, welches von George Lynch stammen könnte. Dann allerdings dieses Lachen am Ende des Refrains. Ok, da werden sie im Studio gelacht haben und haben es drin gelassen. Handwerklich solide, kompositorisch und textlich eher mittelprächtig. Im Hintergrund kann man „Healed By Metal“ mal laufen lassen, es stört meistens nicht, aber wirklich mitreißend ist hier auch nichts. Die guten Ansätze werden leider zu oft von klischeehaften und zu oft gehörten Ideen zunichte gemacht.

Anspieltipps:

  • Lawbreaker
  • Laughing With The Dead

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