Maxine Kazis - Die Evolution Der Maxine Kazis - Cover
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Maxine Kazis Die Evolution Der Maxine Kazis


  • Label: Pop-Out Musik
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein sehr frisches und vor allem ehrliches Werk, das über weite Strecken aus den typischen Pop-Mechanismen ausbricht.

Die Wahl-Berlinerin, Ex-Ballett-Tänzerin, Schauspielerin und Musical-Darstellerin Maxine Kazis (27) trat im Sommer dieses Jahres erstmals mit ihrer Musik auf der EP „Metamorphose“ (07/2016) in den Blickpunkt der deutschen Pop-Landschaft. Fünf Songs werden darauf zum Besten gegeben, die zusammen mit dem Songwriting-Team Peter Plate (Ex-Rosenstolz), Ulf Leo Sommer und Daniel Faust, das u.a. schon Stücke für Helene Fischer, Sarah Connor, Jasmin Wagner, Patricia Kaas und 2raumwohnung abgeliefert hat, entstanden sind. Die Stücke sind poppig, elektronisch und in Hinblick auf den Gesang auch etwas anstrengend. Eine erste Duftmarke war damit gelegt. Dann wurde es wieder ruhig um Maxine Kazis.

Jetzt wird das Debütalbum abgeliefert, das ein Dutzend biografische Songs, fünf davon kennen wir schon von der EP, beinhaltet. Der Titel „Die Evolution der Maxine Kazis“ ist deshalb unbedingt wörtlich zu nehmen – in Wort und in Bild. Denn die 27-Jährige macht sich in den Texten ihrer Stücke und konsequenter Weise auch gleich auf dem Cover sowie im Booklet ihres Longplayers komplett nackig. Aber immer so, dass die Inhalte nicht zur Fremdscham aufrufen und visuell nicht pornografisch wirken. Ein Ritt auf der Rasierklinge ist „Die Evolution der Maxine Kazis“ dennoch geworden.

Maxine Kazis verarbeitet in ihren Texten recht schonungslos ihre gescheiterte Ballett-Karriere und die damit zusammenhängenden Essstörungen, den krankhaften Hang zum Perfektionismus, On-Off-Beziehungen, Sex-Praktiken, Drogen und das neue Zuhause in Berlin-Kreuzberg. Dabei werden Rosenstolz-Melodien in elektronische Korsette gesteckt („Du fehlst mir jetzt schon“, „Dreck“) oder – umgekehrt – auf das absolut Wesentliche reduziert („Ruine“, „Espenlaub“). Das ist eine mutige Mischung, die erstaunlicherweise funktioniert.

Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Daniel Faust und Maxine Kazis kitzeln aus der Popmusik alles heraus, was erlaubt ist, auch wenn es ab und zu etwas überdreht wirkt („Ex“). In der Summe ist „Die Evolution der Maxine Kazis“ jedoch ein sehr frisches und vor allem ehrliches Werk, das über weite Strecken aus den typischen Pop-Mechanismen ausbricht, sich einfach etwas traut und nicht künstlich glattgeschliffen wurde. Hut ab!

Anspieltipps:

  • U3
  • Ruine
  • Espenlaub
  • Zug nach Berlin
  • Tanz für mich allein
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