Pain Of Salvation - In The Passing Light Of Day - Cover
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Pain Of Salvation In The Passing Light Of Day


  • Label: InsideOut/Sony Music
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Album braucht, wie erwartet, Zeit. Gildenlöw ist in bester Verfassung, die Songs meist auch.

Mehr als fünf Jahre ist es her, dass der zweite Teil von „Road Salt“ veröffentlicht wurde. Nun melden sich die Progger um Daniel Gildenlöw mit einem neuen Album zurück. Im Gegensatz zu den letzten beiden Alben, die bluesigen, aber dennoch komplexen Rock lieferten, bietet „In The Passing Light Of Day“ wieder Prog-Rock pur. Vertrackte Rhythmen, Gesangsakrobatik und unschlüssige Songs mit vielen verschiedenen Parts.

Das Album beginnt dann auch folgerichtig mit einem Zehnminüter. „On A Tuesday“ lässt Progherzen höherschlagen. Harte Riffs werden mit unsteten Rhythmen kombiniert und gesanglich wird von gesprochener Strophe bis zur eingängigen Melodie alles geboten. Der hohe, zerbrechliche Gesang in der Bridge, die zu oft wiederholt wird, nervt allerdings ein wenig. Gut gemacht, aber vielleicht etwas zu überambitioniert. So geht es auch dem nächsten Longtrack. Mit neun Minuten Laufzeit wird auch „Full Throttle Tribe“ alles andere als leichte Kost. Schnelle und langsame Parts wechseln sich oft ab, aber insgesamt wirkt der Song leider etwas uninspiriert und in die Länge gezogen.

Die Songs dazwischen sind zwar kürzer, aber auch besser. Das mit ruhiger Klavierfigur beginnende „Tongue Of Gold“ wechselt Stakkato- und Metalriffs mit ruhigen Passagen, wobei insgesamt eine Alternative-Rock-Stimmung zwischen Tool und Soundgarden vermittelt wird. Mastermind Daniel Gildenlöw zeigt hier und im folgenden „Meaningless“, dass er einer der besten Sänger seiner Generation ist. „Meaningless“ erinnert an die Guns N‘ Roses-Gedächtnisplatte „Chinese Democracy“, wobei ein schweres Riff und der zweistimmige Gesang im Refrain das gewisse Etwas bringen.

Die ruhige Ballade „Silent Gold“ kommt dann genau zum richtigen Zeitpunkt und gibt dem Hörer endlich Luft zum Verschnaufen. Später bleibt es dann oft ruhig. Der pathetischen, epischen Ballade „Angels Of Broken Things“ folgt der ruhige, aber einnehmende Song „The Taming Of The Beast“ und erst „If This Is The End“ liefert nach ruhigem Beginn wieder einen harten Übergang. Der fünfzehnminütige Titelsong zum Ende des Albums liefert dann den perfekten Soundtrack zum nächsten Sommerabend. Filmmusikähnliche Grundstrukturen, Slidegitarren, der verzweifelte und intensive Gesang Gildenlöws in der ersten Hälfte des Songs lassen einen fragend, aber glücklich zurück. Ein Song, der trotz seiner Länge direkt nochmal gehört werden will.

„In The Passing Light Of Day“ ist wie die meisten Alben von Pain Of Salvation eines, welches sich beim ersten oder zweiten Hören noch nicht erschließt. Manchmal hört man das etwas zu gewollt Progressive heraus, gute Melodien, Riffs und Rhythmen findet man allerdings zu Genüge. Mit etwas Zeit und Anspruch ein gutes Album.

Anspieltipps:

  • Meaningless
  • Silent Gold
  • The Taming Of The Beast
  • The Passing Light Of Day

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