Great White - He Saw It Coming - Cover
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Great White He Saw It Coming


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach gutem Beginn, verlieren sich Jack Russell’s Great White leider in zu vielen Belanglosigkeiten.

Während die offiziell unter dem Banner „Great White” agierende Band weiterhin mit Terry Ilous am Nachfolger zum 2012er Output „Elation“ werkelt, meldet sich der frühere Vokalist nach Entzug und allerlei anderen körperlichen Gebrechen nun mit „He Saw It Comin‘“ und seiner unter dem Namen „Jack Russell’s Great White“ firmierenden Kapelle, zurück.

„Sign Of The Times“ eröffnet das Album dann auch gleich vielversprechend. Nach Akustikgitarrenintro etnwickelt sich der Song zu einem zwar einfachen und straighten, aber doch eingängigen Rocker. „She Moves Me“ beginnt mit grooviger Bassline und vermittelt eine ruhige Grundstimmung zwischen Blues und Funk. Der lässige Song, hat das Zeug zum Sommerhit, lediglich die Reminiszenz an „Great White’s“ großen Hit „Once Bitten, Twice Shy“, im Original natürlich von Ian Hunter, und der „Rap“-Part in der Bridge wirken etwas aufgesetzt. Ähnlich geht es mit „Crazy“ weiter, dass als groovige Mischung aus Buckcherry und Alice Cooper-Bridge durchgeht. Während Gitarrist Robby Lochner gerade auf diesen zwei Song brilliert und mit abwechslungsreichen Leadparts aufwarten kann, merkt man Russells Stimme dann doch immer mehr an, dass sie nicht mehr ganz auf der Höhe ist.

„Love Don’t Live Here“ erinnert dann erstmals stärker an frühere Großtaten. Allerdings nur in der bluesig-angehauchten, mit Hammondsounds unterfütterten Strophe. Der Titel und die Hookline sind leider zu abgenutzt und austauschbar. Besser geht es im autobiographischen „My Addiction“ zu. Ruhig und lässig in der Strophe, deutlich härter rockend im Refrain, kann dieser Song überzeugen. Nach der nichtsagenden Ballade „Anything For You“, erinnert der Titeltrack mit opereskem Stil latent an Queen, wirkt aber insgesamt zu überambitioniert. Gegen Ende des Albums geht der Band dann leider komplett die Luft aus. Einige gute Ansätze, wie die Bridge in „Spy vs. Spy“ oder auch der rockigere Drive von „Blame It On The Night“ werden durch zu viele Durchschnittsware in puncto Songwriting zunichte gemacht. Mit dem A-Capella-Song „Godspeed“ kommt sogar noch eine richtige Nullnummer dazu. Was schon bei Billy Joel nervte, wird hier nicht besser.

Das erste Lebenszeichen von Jack Russells neuer Band lässt einen zwiegespalten zurück. Ab und an kann er mit guten Momenten aufwarten und lässt Erinnerungen an Großtaten wie „Shot In The Dark“ oder „Once Bitten“ aufleben. Allerdings bieten viele Songs, vor allem in der zweiten Hälfte des Albums Songs nach Schema F, die einfach dahinplätschern. Ein guter Ansatz, vielleicht klappt es mit dem nächsten Album noch besser, zumal seine ehemaligen Kollegen jetzt am Zug sind.

Anspieltipps:

  • She Moves Me
  • My Addiction

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