Mike Oldfield - Return To Ommadawn - Cover
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Mike Oldfield Return To Ommadawn


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wollt Ihr Verlängerung? Nein! Wollt Ihr Elfmeterschießen? Nein! Was wollt Ihr dann? Zurück nach Ommadawn!

„Ommadawn“ war im Jahr 1975 die vierte Longplay-Veröffentlichung des damals 22-jährigen Mike Oldfield. Wie seine berühmten Studio-Vorgänger „Tubular Bells“ (1973) und „Hergest Ridge“ (1974), bestand auch das „Ommadawn“-(Haupt)Werk aus zwei überlangen Instrumental-Teilen, die eine Vinyl-LP fast komplett ausfüllten. Mit dieser Art zu komponieren prägte Mike Oldfield in den 70er Jahren einen unverwechselbaren Stil, der sich in den 80er Jahren in einen sehr poppigen Sound umkehrte. Zwar erlebte das Schaffen Oldfields in den folgenden Dekaden immer wieder leichte Variationen, doch nicht nur die zahlreichen „Tubular Bells“-Fortsetzungen machten deutlich, dass sich viele Mike-Oldfield-Fans nach den Klängen der 70er Jahre sehnten.

Als Mike Oldfield im vergangen Jahr auf seiner Facebook-Seite eine Umfrage startete, wie sein neues Album klingen sollte, war das Votum der Fans eindeutig: Sie wünschten sich eine Rückkehr zum frickeligen Instrumental-Sound der 70er Jahre. Und in der Tat war die Grundlage dazu vorhanden. Denn wie schon im Vorfeld der Entstehung von „Ommadawn“, musste Oldfield auch in den vergangenen Jahren diverse persönliche Qualen, Tragödien und Rückschläge verarbeiten, die als düstere Inspiration in seine Kompositionen Einzug hielten.

Folgerichtig heißt Mike Oldfields Rückkehr in die 70er Jahre „Return To Ommadawn“. Eingespielt wurde es in Mike Oldfields Wahlheimat auf den Bahamas. Es verbindet den Einsatz modernster Aufnahmetechniken mit dem Klang organischer Instrumente. So liegt das Werk auch in einer kristallklaren 5.1 Surround-Sound-Abmischung auf DVD vor, die den Hörer noch tiefer in eine akustische Welt aus Folk- und Ambient-Klängen mitnimmt, die aus einer Unzahl aus Aufnahmespuren besteht, die Mike Oldfield im Alleingang füllte.

Die verspielten Melodiebögen basieren dabei zumeist auf Saiteninstrumenten wie Banjo, E-Gitarre, Mandoline, Harfe und Flamenco-Gitarre, während einige Tasteninstrumente wie zum Beispiel das Mellotron oder Hammond-Orgeln durch digitale Plug-Ins ersetzt wurden. Daraus resultiert Oldfields typischer Markenzeichen-Sound, der für den einen oder anderen gewiss etwas kitschig klingen mag, aber den Zustand der aktuellen Musik-Landschaft gut widerspiegelt. Die Menschen sehnen sich nach Vertrautem, sofern es Qualität und Tiefgang hat.

Hier schlägt „Return To Ommadawn“ mit den richtigen Mitteln in die Kerbe und lässt die 70er Jahre wiederauferstehen. Es klingelt, es bimmelt, die Akustikgitarren singen, die rote Gibson SG E-Gitarre quietscht und sägt schwelgerisch vor sich hin und von irgendwoher weht der Gesang eines Elfenchores herüber. Die Spielzeit vergeht dabei wie im Flug und stellt „Return To Ommadawn“ als nie langweiliges Album und einen coolen Anachronismus heraus.

Anspieltipps:

  • Return to Ommadawn pt. II
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