Talisman (U.K.) - Don´t Play With Fyah - Cover
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Talisman (U.K.) Don´t Play With Fyah


  • Label: Sugar Shack/Broken Silence
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
1.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein halbes Album klassischen Reggaes mit modernen Ansätzen, dann folgt die Dub-Version desselben.

Seit 2011 sind die reformierten Talisman aus Bristol, nicht zu verwechseln mit der US-Hardrock-Band um Jeff Scott Soto, wieder unterwegs. Noch unter dem Banner Revelation Rocker im Jahre 1977 gegründet, erspielte man sich schnell den Ruf, eine der besten Reggaebands aus dem Vereinigten Königreich zu sein. Mit „Don’t Play With Fyah“ veröffentlichen die Mannen um die Originalmitglieder Devhan Othieno und Dennison Joseph nach der EP „I-Surrection“ das erste Album seit der Reunion.

Dies bietet klassischen Reggae zwischen Burning Spear, Peter Tosh und natürlich Bob Marley. Dem Opener „Relijan“ wird durch die Keyboards ein moderner Anstrich verpasst und versprüht mit dem einfachen, aber deutlichen Refrain „Relijan, killing in the name of the lord“ eine deutliche religionskritische Botschaft. „Talkin‘ Revolution“ spielt mit altbekannten Schlagworten wie „Revolution“ oder „Babylon“, während der Titelsong etwas fröhlicher und eingängiger daherkommt, aber mit altbackenen Weisheiten wie „don’t play with fyah, cause you‘re gonna get burned“ aufwartet.

„Hear No Evil“ bringt die Band in die Gegenwart und zeigt Dubstep-Einflüsse, glücklicherweise aber nicht zu sehr an der Moderne anbiedernd. „Racism Never Sleeps“ wird, wie der Titel vermuten lässt, wieder sozialkritisch. Zeilen wie „there’s no rest for the wicked, when you got a wicked mind“ oder „racism can never sleep, no way, it can never close its eyes” sind allerdings in einem derart entspannten Groove untergebracht, dass sich die nächste Sommerparty schon vor dem inneren Auge abspielt. Etwas flotter kommt „Wheel And Come Again“ daher und bringt endlich etwas Abwechslung in die altbekannte, aber natürlich auch altbewährte Reggaeformel.

Damit ist das Album auch eigentlich beendet. Die folgenden sieben Songs sind, unschwer an den Namen erkennbar, Dub-Versionen des ersten Teils. Mit vielen Effekten aufgeladen sicherlich interessant für Fans, wirklich etwas Neues tragen diese Versionen zu den Songs nicht bei. Bleibt ein musikalisch entspanntes und textlich sozialkritisches Album. Nicht wirklich weltbewegend, dafür hat man aus diesem Genre schon zu viel Ähnliches gehört. Trotzdem ist „Don’t Play With Fyah“ gut für einen lauen Sommerabend geeignet.

Anspieltipps:

  • Relijan
  • Talkin’ Revolution
  • Wheel And Come Again

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