Ed Sheeran - ÷ - Cover
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Ed Sheeran ÷


  • Label: Asylum/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ed Sheerans Mathematikunterricht geht in die nächste Runde. Nach „+“ und „x“ folgt nun „÷“, auf dem sich federleicht-sympathischer Radio-Pop befindet.

Mathematische Zeichen als Albumtitel. Was man eigentlich einer spinnert-verkopften Prog-Rock-Band zuschreiben würde, ist der Spleen des britischen Senkrechtstarters Ed Sheeran, der die Pop-Welt seit fünf Jahren fest im Griff hat und nicht nur Hit um Hit landet, sondern auch die größten Konzerthallen ausverkauft. Dabei ist der 26-Jährige so schlau, sich auch mal eine längere Auszeit zu gönnen, um im Hamsterrad der Pop-Industrie nicht durchzudrehen. So erleben wir Ed Sheeran trotz Megastarstatus immer noch als bodenständig, sympathisch und ehrgeizig – und lassen ihm deshalb auch bei seinem neuen Longplayer den Spaß, den Titel („Divide“) mit einem mathematischen Zeichen abzukürzen.

Nach mehr als 22 Millionen verkauften Alben kann niemand behaupten, dass der aus einem 3000-Seelen-Städtchen in Suffolk kommende Sänger und Songschreiber bis jetzt irgendetwas falsch gemacht hat. Er beherrscht sowohl die leisen Töne, für die ihm seine Akustikgitarre reicht, als auch das große Besteck des Mainstream-Pop, wo mit üppiger Produktion mächtig aufgetragen wird. Auf dieser Schnittkante bewegen sich auch die 12 (in der Deluxe-Ausgabe sogar 16) neuen Songs auf „Divide“.

Ed Sheeran erzählt aus seinem Leben als Jugendlicher in Suffolk („Castle on the hill“), er singt über Beziehungsängste („Dive“) und versucht sich in „Eraser“, „Galway girl“ und „New man“ mit einfachen, aber sympathischen Mitteln als Rapper. In der weltweiten Nummer-1-Single „Shape of you“ hören wir gar Marimba-Klänge und sexy Rhythmen, die eher auf einen Rihanna-Song schließen lassen. Es soll also keiner sagen, dass Ed Sheeran stagnieren würde. Er hat für „Divide“ rund 200 Songs geschrieben und die Essenz daraus ist wieder einmal Radiofutter erster Güte.

Und überhaupt: Wer schreibt heute noch so entzückende Lovesongs wie „Hearts don’t break around here“, „Perfect“ und „Happier“, für die ein Robbie Williams aktuell wohl töten würde, schaut man sich das desaströse Abschneiden seiner Singleauskopplungen aus „The Heavy Entertainment Show“ (11/2016) an. Ed Sheeran schüttelt die Hits aus dem Ärmel, als wäre es das Normalste der Welt und liefert dabei kaum Angriffsflächen für selbsternannte Geschmackspolizisten und Kritikerkrampen. Das Ergebnis ist in seiner tiefsten Seele unschuldige und ehrliche Popmusik, die ruhig kitschig sein darf.

Anspieltipps:

  • Dive
  • Perfect
  • Happier
  • Shape of you
  • Hearts don’t break around here
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