Milky Chance - Blossom - Cover
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Milky Chance Blossom


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 67 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer eins nach dem Riesenerfolg „Sadnecessary“ (10/2013) geht betont auf Nummer sicher und tut sich damit keinen Gefallen.

Hinter der Band Milky Chance verbergen sich die Schulfreunde Clemens Rehbein und Philipp Dausch aus Kassel, die seit dem Jahr 2012 gemeinsam Musik machen. Diese veröffentlichten sie nicht nur, wie heutzutage üblich, über das YouTube-Portal im Internet, sondern sie gingen damit auch ganz klassisch als Straßenmusiker on the Road. Einer ihrer ganz frühen Songs war der Track „Stolen dance“, mit dem Milky Chance dann auch auf Anhieb der Durchbruch gelang. Man spricht davon, dass sich der Song über 3,3 Millionen Mal verkauft hat und auf YouTube mehr als 280 Millionen Mal angehört wurde.

Dass der dazugehörige Longplayer „Sadnecessary“ (10/2013) ebenso ein Erfolg werden würde, ließ sich angesichts der Performance von „Stolen dance“ gar nicht verhindern. Überraschend war nur, dass Milky Chance auch in den USA durch die Decke gingen. Kein Wunder, dass das neue Album „Blossom“ nun auf einem Majorlabel erscheint, das einen kommerziell vielversprechenden Folktronica-Pop-Act wie Milky Chance immer gebrauchen kann, der sich zumal anschickt, auf Album Nummer zwei nicht allzu viel zu ändern und das Erfolgsrezept des Debüts nur marginal zu variieren.

So klingt bereits der Opener und Titeltrack wie ein Wurmfortsatz des „Sadnecessary“-Sounds. Ach ja, auch „Ego“ kann da locker mithalten. Und „Firebird“ ebenso. Äh, und „Doing good“ auch irgendwie. Hm, das ist ja ganz schön, dass Clemens Rehbein, Philipp Dausch und Produzent Tobias Kuhn (u.a. Tomte, Clueso, Die Toten Hosen) den Laden so toll zusammenhalten und „Stolen dance“ gleich mehrfach reproduzieren. Doch leider besteht dabei latent die Gefahr, dass „Blossom“ mit Songs wie „Cocoon“, „Peripeteia“ oder auch „Ego“ in einen Dudelmodus verfällt, der den Hörer tangiert, wie das im Hintergrund laufende Programm eines Format-Radiosenders am Nachmittag.

So bleibt am Ende nur ein Schulterzucken in Anbetracht eines gut gemeinten Werks, das sich handwerklich geschickt an einer Formel abarbeitet, die im Einzelfall als Single durchaus hervorragend funktioniert, in der Summe von hier dargebotenen 14 Tracks und mehr als einer Stunde Spielzeit aber einfach nur ermüdend ist.

Anspieltipps:

  • Blossom
  • Heartless
  • Bad things
  • Losing you
  • Piano song
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