Eric Gales - Middle Of The Road - Cover
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Eric Gales Middle Of The Road


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

„Middle Of The Road“ ist ein solider Schritt in die Zukunft.

Anfang der neunziger Jahre wurde Eric Gales als Gitarrenwunderkind gepriesen und mit einem fetten Majorvertrag ausgestattet. Vielleicht etwas zu früh, wie die jüngere Vergangenheit zeigt. Als Teenager mit einem solchen Ruhm, aber auch Erfolgsdruck, klarzukommen, schien nicht einfach und so machte er in den vergangenen Jahren mehr mit Knastaufenthalten und Drogenproblemen Schlagzeilen. Doch diese Zeit scheint vorbei und Gales arbeitete mit Produzent Fabrizio Grossi (u.a. Joe Bonamassa, Leslie West, Steve Vai) in Hollywood, Cleveland und Memphis an seinem neuen Album „Middle Of The Road“.

Das ganze Album beschäftigt sich mit seiner dunklen Vergangenheit. Eröffnet wird das Album mit dem flotten, funky Gospelsong „Good Time“, der textlich allerdings sehr beschränkt ist und schnell sehr eintönig wird. Der soulig-angehauchte Midtempoblues „Change In Me“ versprüht ebenso keinen hohen lyrischen Wert, Zeilen wie „I’m finally doin‘ like I should y’all, I got tired of doin‘ bad, now I’m doin‘ good“ sind einfach, aber ehrlich. Über diesem Fundament kann Eric Gales bestens solieren. Gefühlvoll bis zu Hochgeschwindigkeitslicks, er zeigt, warum er als einer der besten seiner Zunft gilt. Auch gesanglich macht der Gitarrist mit einem Timbre zwischen Dug Pinnick (King’s X), mit dem er bei Pinnick Gales Pridgen zusammenspielt, und Keb‘ Mo eine gute Figur.

Prominente Hilfe hat sich Gales ebenfalls zugesichert. Mit Raphael Saadiq und seiner Frau LaDonna komponierte er den Groover „Carry Yourself“, für Freddie Kings „Boogie Man“ holte sich der US-Amerikaner seinen Kollegen Gary Clark Jr. mit an Bord. Hört man „Been So Long“ denkt man unweigerlich an die Fugees oder deren Sängerin Lauryn Hill. Die poppige Melodieführung des Gesangs, dieser funky Rhythmus. Und siehe da, mit Miss Hill hat Gales diesen Song geschrieben. Ein Highlight der Platte, ebenso wie das mit stampfendem Beat, coolem Riffing und John Lee Hooker-Hommage versehene „Help Yourself“.

Nach dem härter rockenden „I’ve Been Deceived“ geht dann etwas die Luft raus. „Repetition“ ist zu eintönig und selbstdarstellerisch, die Akustikballade „Help Me Let Go“ zu unspektakulär. Ebenso das instrumentale „Swamp“. Eigentlich mit nur einem, wenn auch lässigen Riff, ausgestattet, wirkt dieser Song schnell zu monoton. Davor kann jedoch das als perfekte Mischung aus King’s X und den Red Hot Chili Peppers daherkommende „I Don’t Know“ noch überzeugen.

Viele gute Ansätze und Ideen, aber auch einige durchweg undurchdachte und unspektakuläre Songs vereint Eric Gales auf seinem neuen Album. Textlich zwar authentisch und ehrlich, aber doch oft Phrasendrescherei. Trotzdem ein solider Schritt in eine neue Zukunft.

Anspieltipps:

  • Change In Me
  • Been So Long
  • Help Yourself
  • I Don’t Know

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