Nickelback - Feed The Machine - Cover
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Nickelback Feed The Machine


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Immer noch viel Durchschnitt, aber endlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Anfang der 2000er waren Nickelback die Rockband der Stunde. Millionen verkaufter Alben später, Nummer-1-Hits und etlicher Stadiontourneen später ist Nickelback-Bashing zu einem Volkssport geworden. Dabei wird man feststellen, dass die Alben, mit Ausnahme der letzten LPs „Here And Now“ und „No Fixed Address“ deutlich mehr zu bieten haben als ausgelutschte Radiohits. Klar gibt es auf jedem Album eingängige Nummer-Sicher-Balladen, aber auch harte Brecher wie „Burn It To The Ground“ oder „Flat On The Floor“.

„Feed The Machine“ ist der Titel des mittlerweile neunten Albums und der Titeltrack eröffnet die Songsammlung dann auch durchaus heavy. Harte Drumgewittersalven und Stakkato-Riffs werden mit einem sehr eingängigen Refrain verbunden. Der klinische Sound stört etwas und irgendwie hat man das Gefühl, das alles schon mal gehört zu haben. „Coin For The Ferryman“ ertönt da schon durchdachter und zumindest im Nickelback-Kosmos neu. Alles nett anzuhören, hier stört nichts, begeistert aber auch nichts so wirklich. Mit „Song On Fire“ kommt dann die klischehafte Ballade auf die die Hater und die Radiofans gewartet haben.

„Must Be Nice“ kann dann mit lässig-groovigen Riffs und erstaunlich gutem Gitarrensolo genauso überzeugen, wie mit dem eingängigen Stadionrock-Refrain. Einzig die Strophe, in der Chad Kroeger abgehackt singt oder versucht zu rappen, zieht den Song deutlich runter. Schade, denn mit dieser Art Sprechgesang versaut er auch gleich noch das musikalisch einwandfreie „For The River“. Die Stimme Kroegers wird es auch sein, an der viele wieder Anstoss nehmen werden. Zwar hat er eine unverkennbare Stimme, allerdings kann sie mitunter auch nerven. Die zweite Ballade „After The Rain“ belegt dies, wenn auch der Song in der Strophe etwas ungeschliffener daherkommt.

„Home“ ist die düstere bedeutungsschwangere Ballade, die wir schon von den Kanadiern kennen, mit den beiden Teilen von „The Betrayal“ versuchen sich die Herren an komplexeren Strukturen. Mit akustischem Intro, leicht progressiven Anleihen und klarem Metallica-Einfluss („Act III“), oder dem akustischen Outro („Act I“) machen die Herren eine gute Figur. Auch „Silent Majority“ geht gut ins Ohr und ist ein einwandfreier Poprocker. „Every Time We’re Together“ ist dann wieder austauschbare Stangenware.

Nickelback gehen mit „Feed The Machine“ wieder einen Schritt in die richtige Richtung. Die Balladen konnten sie sich natürlich nicht verkneifen und leider sind auch einige der härteren Nummern allenfalls solide, was zum größten Teil allerdings an Kroegers nervigem Sprechgesang liegt. Dass sie es besser können zeigt das Album auch und die guten Ansätze lassen hoffen, dass Nickelback doch nochmal die Kurve gekriegt haben.

Anspieltipps:

  • Must Be Nice
  • The Betrayal – Act III
  • Silent Majority

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