Bob Dylan - Triplicate - Cover
Große Ansicht

Bob Dylan Triplicate


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 95 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Triplicate“ ist das dritte Studioalbum des Literaturnobelpreisträgers in Folge, das ausschließlich aus Coverversionen des Great American Songbook besteht.

Nach „Shadows In The Night“ (01/2015) und „Fallen Angels“ (05/2016) widmet sich Bob Dylan (75) auch auf „Triplicate“, seinem neuesten Werk, dem Great American Songbook und damit den Songs fremder Songwriter. Allerdings geht Bob Dylan diesmal mit gleich 30 Songs in einer Ausführlichkeit an die Sache heran, die bemerkenswert ist. Dadurch ist sein insgesamt 38. Longplayer gleichzeitig auch der erste, der als Dreifach-Album erscheint.

Das Great American Songbook beschreibt die Unterhaltungsmusik Amerikas zwischen 1900 und 1950 und damit auch immer wieder das Oeuvre eines Frank Sinatra, dem großen Idol Bob Dylans. Viele der auf „Triplicate“ versammelten Songs hat auch er gesungen. Es sind Standards wie „P.S. I love you“, „Once upon a time“, „Stormy weather“, „That old feeling“, „Trade winds“, „Sentimental journey“, „Braggin‘“, „These foolish things“, „Stardust“ oder auch „It´s funny to everyone but me“, die dieses Genre geprägt haben. Ein Genre, das sich u.a. aus Stilmitteln wie Jazz, Folk, Blues, Swing, Bebop, Rock und Ragtime speist und mit Stars wie Irving Berlin, Duke Ellington, George Gershwin, Doris Day und natürlich Frank Sinatra in Verbindung gebracht wird.

Bild

Dylan hat die 30 Coverversionen, die er zusammen mit seiner Tourband aufgenommen hat, auf drei CDs mit jeweils zehn Songs verteilt. Diese haben die Überbegriffe „‘Til The Sun Goes Down“, „Devil Dolls“ und „Comin‘ Home Late“ erhalten und kratzen noch nicht einmal an der 100-Minuten-Spieldauer-Marke. Nicht nur die Songs, auch die Spielzeit der Tonträger wurde hier im klassischen Format beibehalten. Doch ein Bob Dylan ist stimmlich kein Frank Sinatra. Das wissen wir bereits von „Shadows In The Night“ und „Fallen Angels“ und gilt auch für „Triplicate“.

Doch Dylans Leidenschaft macht dieses nicht zu überhörende Manko mit viel Charme und Hingabe für das zumeist melancholische Liedgut locker wieder wett. Der Meister knödelt sich durch die 30 Klassiker, von denen Sinatra bis auf „Braggin‘“ 29 in seinem Liedgut hatte, trifft dabei längst nicht alle Töne und ist trotzdem auf dem richtigen Weg, auch wenn dieser erneute Ausflug in das Great American Songbook für den einen oder anderen Dylanologen schon zu viel des Guten ist. Nichtsdestotrotz: Die Stücke sind fast durchgängig hochklassig und wann, wenn nicht in diesem Alter, darf ein Künstler seinem Herzen folgen und aus der Sicht anderer kitschige Lieder covern.

Anspieltipps:

  • Stardust
  • Imagination
  • Trade winds
  • Stormy weather
  • These foolish things
  • Sentimental journey
  • September of my years
  • When the world was young
  • It´s funny to everyone but me
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

More Blood, More Tracks: Bootleg Series Vol. 14
  • 2018    
Diskutiere über „Bob Dylan“
comments powered by Disqus