Bush - Black And White Rainbows - Cover
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Bush Black And White Rainbows


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Erst in der zweiten Album-Hälfte fangen sich die Herren um Gavin Rossdale. Das ist zu wenig!

Oftmals und gerne werden Bush als Grungeepigonen dargestellt, die diesem Genre außer eingängiger Massenware nichts Neues mehr hinzufügen konnten. Man muss den Mannen um Gavin Rossdale aber auch zugestehen, dass sie auf ihren ersten Werken, allen voran „Sixteen Stone“ und „Razorblade Suitcase“, eben auch große Songs schrieben und somit durchaus ihre Berechtigung haben. Nun folgt knapp zweieinhalb Jahre nach „Man On The Run“ das neue Album „Black And White Rainbows“. Geschrieben und produziert vom Frontmann höchstpersönlich und aufgenommen in Los Angeles bietet das neue Werk gleich 15 Songs in etwa 58 Minuten.

Eröffnet wird das Album von der Vorabsingle „Mad Love“, die leider einen unpassenden Einstieg darstellt. Die langweilige Popnummer wäre zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht besser rübergekommen. Vorteilhafter wäre das anschließende „Peace-S“ gekommen. Der solide Alternativerocker kann mit Single-Note-Riffs, einer melancholischen Grundstimmung und eingängigem Refrain überzeugen. Dann passiert leider eine ganze Zeit lang nichts Weltbewegendes. „Water“, „Sky Turns Day Glo“ und vor allem „Lost In You“ ertönen äußerst handzahm und monoton und erinnern mehr an Coldplay oder Snow Patrol, denn Stone Temple Pilots oder Pearl Jam. Darüberhinaus leidet die Produktion auch unter einem sehr dumpfen Gesamtsound, der Tiefe und ausdifferenzierten Klang vermissen lässt.

Erst „Nurse“ lässt wieder aufhorchen. Mit einer bedrohlich wirkenden Grundstimmung und aggressiveren Gitarren lässt sich doch mehr erreichen, als mit ausgereizten Hooks und Akkordfolgen. Auch die fast als Feelgood-Song durchgehende Nummer „The Beat Of Your Heart“ kann überzeugen und erinnert nicht nur wegen des Schlagzeugs von Robin Goodridge latent an die Foo Fighters. Nach den soliden „Dystopia“ und „Ray Of Light“, die immerhin mit einigen guten Momenten punkten können, kann Rossdale doch nochmal mit einer großen Ballade aufwarten. „Ravens“ wartet mit authentischen Gitarren auf und klingt ungestüm und eingängig zugleich. „The Edge Of Love“ schrammt zwar nur knapp an Phrasendrescherei vorbei geht aber auch in Ordnung, bevor das vielleicht etwas überambitionierte „People At War“ das Album beschließt.

In der zweiten Hälfte des Albums schaffen es die Briten nochmal, sich ans rettende Ufer zu manövrieren. Die erste Hälfte hätte man sich mit Ausnahme von „Peace-S“ durchaus schenken können. Darunter, sowie unter dem wirklich schwachen Klang, leidet die Gesamtwirkung allerdings deutlich. Mit weniger Songs hätte ein solides Album entstehen können, so ist „Black And White Rainbows“ leider doch enttäuschend.

Anspieltipps:

  • Peace-S
  • Nurse
  • The Beat Of Your Heart
  • Ravens

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