Dominic Miller - Silent Light - Cover
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Dominic Miller Silent Light


  • Label: ECM/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenige Ideen für Lieder halten großes Talent von großem Schaffen ab.

Schön macht er das. Verträumt, schwelgend und ruhig zupft Dominic Miller die Saiten. Dann hört er circa drei Minuten später damit auf und die Routine beginnt von neuem. „Silent Light“ ist ein dermaßen zurückhaltendes Album, das ein Moment der Unachtsamkeit reicht, um zwei Lieder zu verwechseln. „Silent Light“ ist ein Kontrast zwischen starkem Handwerk und mittelmäßigen Melodien. Das mag bei Dominic Miller, der unter anderem mit so großen Acts wie Sting arbeitete, als ein Affront anmuten, aber jeder hat mal einen schwächeren Tag.

Das virtuose Spiel beißt sich eine gute halbe Stunde mit Melodien, die Hörer nicht packen. Nur wer das äußerst stark gespielte Instrument als faszinierend in den Mittelpunkt stellt, freut sich diebisch, wie Miller in die Saiten greift. Hörer, die dagegen nach Melodien suchen, die ihnen im Ohr bleiben, sind bei Miller komplett an der falschen Adresse. Ohne große Unterschiede gleichen die bedächtig gespielten Nummern Präsentationen zu sauberem Gitarrenspiel am Lagerfeuer. Das Lagerfeuer ist dabei im besten Fall stumm, da das Knistern die andächtige Atmosphäre ruinieren könnte.

Dass Dominic Miller überhaupt spaltet, ist erstaunlich. Allein von der Musik her passiert auf „Silent Lights“ nichts. Manch einer wird Millers Melodien etwas Introvertiertes oder gelungen Verhaltenes attestieren, aber im Inneren regt sich aufgrund der Musik nichts. Stattdessen hören wir viel genauer auf das Wie der Klänge. Den feinen Anschlag und die glasklare Produktion sind die Stars einer Scheibe. Solche Ansätze gewinnen manchmal Preise und haben ganz klar ihre Stärken. Doch alles Talent der Welt bringt nicht viel, wenn der Musiker diesmal kein Ziel für sein Handwerk kennt.

Anspieltipps:

  • Urban Waltz
  • En Passant
  • Valium

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