Willie Nelson - God´s Problem Child - Cover
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Willie Nelson God´s Problem Child


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
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Mit 84 Jahren hat Willie Nelson immer noch nicht genug. Warum auch?

Zu seinem 84. Geburtstag beschenkt Willie Nelson sich und seine Fans mit einem neuen Studioalbum. Unzählige Alben hat der Texaner mittlerweile veröffentlicht, je nach Zählweise ist „God’s Problem Child“ im Bereich zwischen 60 und 70 anzusiedeln. Und das sind nur die Studioalben. Dies haben nicht einmal Bob Dylan oder Neil Young geschafft, auch wenn diese beiden noch ein paar Jahre Zeit haben aufzuholen.

Mit lockerem Country beginnt das Album. „Little House On The Hill“ kommt mit Mundharmonika, leicht angezerrter Twang-Gitarre, mit Besen gespieltem Schlagzeug und leicht verdaulichem Text daher. Etwas ruhiger geht es bei „Old Timer“ zu, das latent an Van Morrison erinnert. Dann wird es etwas düsterer. Mit Unterstützung von Alison Krauss im Background, ist „True Love“ letztendlich dann doch eine typisch-melancholische Country-Ballade, aber die Zerbrechlichkeit in Nelsons Stimme überzeugt.

„Delete And Fast Forward“ ertönt aufwühlend und hoffnungsvoll, während es textlich die letztjährige US-Wahl behandelt. Willie Nelson sagt mit einem Augenzwinkern, aber deutlich, was er von dem Ausgang hält. „But don’t worry too much, it’ll just drive you crazy again, so delete and fast forward my friend, the elections are all over, and nobody won”. Der Mann lebt im hier und jetzt, was sich auch in seiner Musik zeigt. Klar ist alles auf dem Fundament des Country aufgebaut, wenn man aber genau hinhört, kann man einige andere Einflüsse entdecken. „A Woman’s Love“ kommt mit einer Klavierfigur daher, die fast britpoppige Züge annimmt, die Leadgitarre ist deutlich von lateinamerikanischer Musik beeinflusst.

Die Leadgitarre ist es auch, die beispielsweise „Butterfly“ deutlich aufwertet. Mit einem Gypsy/Jazz-Solo zeigt hier niemand geringeres als Tony Joe White was er drauf hat. Der gibt sich auch auf dem von ihm mitverfassten Titelsong die Ehre. Ebenso Leon Russell und Jamey Johnson. Der entspannte bluesbasierte Song gehört zu den Highlights des Albums. Davor freut sich Nelson allerdings, dass er noch lebt und singt „woke up still not dead again today“, womit er in dieser erstaunlich flotten Nummer Bezug auf immer wiederkehrende Gerüchte um das eigene Ableben nimmt.

Noch ist dem aber nicht soweit und Willie Nelson scheint nach wie vor Lust und Laune zu verspüren Musik zu machen. Das hört man „God’s Problem Child“ an. Warme Klänge, hauptsächlich traditioneller Country, aber auch ein paar Einflüsse die man nicht beim ersten Durchlauf wahrnimmt. Klar nicht jeder Song ist ein Highlight, aber Fans des Genres machen mit diesem soliden Album nichts falsch.

Anspieltipps:

  • True Love
  • Still Not Dead
  • God’s Problem Child

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