Max Prosa - Keiner Kämpft Für Mehr  - Cover
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Max Prosa Keiner Kämpft Für Mehr


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Max Prosa bleibt im ewigen Reifeprozess hängen.

Max Prosa bleibt ein spannender Musiker. Er lässt nicht vom inneren Dichter. Der Singer/Songwriter ist auch in modernem Popgewand näher an Reinhard Mey als an Pop-Acts wie Adele. Der Sound ist auf Breitbandpop geeicht, aber der Sprachrhythmus Prosas bleibt unverkennbar. Auf „Keiner Kämpft Für Mehr“ bleibt alles beim Alten, klingt gerade im Vergleich zum Debüt voller. Die Entwicklung im Klang ist das große Verkaufsargument auf der neuen Scheibe. Ob die Politur die Musik des jungen Liedermachers auch besser macht, ist die entscheidende Frage des neuen Albums.

Die positive Überraschung des Albums ist tatsächlich ein vom Rap inspirierter Track über einen Boxer. „Der Boxer“ ist ein druckvoll erzähltes Schicksal einer einfachen Figur, die von der Komplexität der Umwelt getrieben ist. Wie Max Prosa mit einfachen Mitteln eine simple Geschichte kraftvoll und zielgerichtet zusammennäht, ist ein Hörspektakel, das Lust auf mehr macht. Leider ist der Rest des Albums eher auf Pop-Tiefe bedacht, die sich durch die Mischung akustischer Instrumente und einem Klang ergibt, der jedem Ton viel Raum gibt. Wie die Töne im Titeltrack lange ausklingen, um dann professionell im schwarzen Soundloch zu verschwinden ist erstklassige Produktionsarbeit. Die beste Produktion hebt Mittelmaß allerdings auch nur um ein kleines Stück. „Rob A Bank“ und Konsorten lassen sich artig anhören, bleiben allerdings nicht im Kopf.

Wenn die Melodie wie in „Diesseits /Jenseits“ stimmt und sich nicht für den einfachen Radio-Sound aus „Glauben An“ hergibt, spielt Max Prosa dazu seine textlichen Stärken aus. Zusammen mit „Die Phantasie Wird Siegen“ finden sich mit der knappen Hälfte des Albums gute und in paar hervorragende Stücke auf einem Album wieder, das unter zwanghafter Coolness leidet. Die schmierige Romanze aus „Seiltanz (Studio 54 Mix)“ und die Radio-Hymne „Glauben An“ sind Paradebeispiele, wie der sympathische Mann mit der Gitarre sich peinlich als einer von den coolen Jungs ausgibt. Max Prosa redet bei seiner Musik von einer Puppe, die nur in anderen Kleidern auftritt. Auf „Keiner Kämpft Für Mehr“ sitzen die Klamotten nicht recht und die Garderobe muss das nächste Mal besser zusammengestellt werden.

Anspieltipps:

  • Diesseits /Jenseits
  • Der Boxer
  • Glücklich Mit Nichts
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